Weil es wichtig ist.

In den letzten Jahren gab es immer wieder Ereignisse und Entwicklungen, zu denen wir im Verein eine klare Meinung haben. Trotzdem – ohne diesen Geschehnissen ihre unglaubliche Tragik absprechen zu wollen – ist es besonders beunruhigend, wenn nicht nur fehlgeleitete Einzelne schreckliche Taten begehen, die unsere grundlegenden Werte angreifen, sondern dies sogar durch einen globalen politischen Wandel geschieht. Wir vom Fonelisco e.V. wollen nicht nur den Kindern unseres Straßenkinder- und Waisenheims helfen, wir möchten für Toleranz und Weltoffenheit einstehen. Aus diesem Grund können wir nicht mehr einfach stillhalten und uns anschauen, was derzeit vor sich geht.
Die Tatsache, dass mittlerweile Deutschland trotz oder gerade wegen unserer Geschichte zu einem Land geworden ist, in das man flüchten kann und in dem ethnische oder religiöse Zugehörigkeit kein Grund mehr für Diskriminierung oder systematische Verfolgung ist, ist eine gewaltige Errungenschaft der letzten 70 Jahre. Aktuell sind wir im Begriff, das aufs Spiel zu setzen. In vielen Staaten Europas sind die Rechtspopulisten auf dem Vormarsch und was derzeit auf der anderen Seite des Atlantiks geschieht, ist kaum zu begreifen.
Als Verein junger Menschen wollen wir uns der Verantwortung stellen, Farbe zu bekennen. Wir profitierten alle von den offenen Grenzen und konnten während unserer Zeit in Tansania lernen, wie wertvoll der Austausch mit Menschen anderer Kulturen sein kann. In Tansania spielt Glauben eine große Rolle. Welcher Religion man in seinem Glauben angehört, spielt aber KEINE Rolle. Auch in unserem Waisenheim sind 11 von 58 Kindern Muslime.
Donald Trump und die globale politische Bewegung, für die er steht, bedeuten Isolationismus, die Rückkehr zu überwunden geglaubten Werten wie Rassismus, Sexismus und Fremdenfeindlichkeit. Sein Einreiseverbot für die Bürger der überwiegend muslimischen Staaten Iran, Syrien, Irak, Libyen, Jemen, Sudan und Somalia bringt aber insbesondere eines zum Ausdruck: Verallgemeinerung. Und die ist vielleicht am Gefährlichsten, bietet sie doch den besten Nährboden für Hass und Diskriminierung. Betroffen von dem Bann sind viele Bürger zerrütteter Staaten aber auch Menschen, die schon lange USA als ihre Heimat verstehen. Es sind Menschen, die einfach zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren. Menschen, die wie wir Träume haben, die sie in ihrem Land nicht mehr verwirklichen können. Menschen, die ihre Heimat nicht verlassen wollen, sondern müssen. Menschen, die genau wie wir Angst vor dem Islamischen Staat haben. Grenzen zu schließen bedeutet, diese Menschen im Stich zu lassen und zeugt von purer Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben. Welcher Rechtsstaat erlaubt sich der willkürlichen Macht Menschen dafür zu bestrafen zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein?
Jeder von uns muss entscheiden, ob er sich mit dieser Bewegung identifizieren möchte. Wenn nicht, dann ist es aber jetzt an der Zeit etwas zu unternehmen und Farbe zu bekennen. Wir vom Fonelisco e.V. werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass Waisen- und Straßenkinder in Tansania ein sicheres Zuhause und Hoffnung auf eine eigene Zukunft haben können.
Wir wollen Menschen von der Idee begeistern, sich mit anderen Kulturen auseinanderzusetzen und Menschen aus aller Welt gegenüber offen zu sein.
Wir wollen von dem friedlichen Miteinander der verschiedenen Religionen in Tansania lernen und das auch in unserem Alltag LEBEN.
Wir stellen uns entschieden gegen das Einreiseverbot und die Politik von Donald Trump und seinen Sympathisanten. Alle Mitglieder unseres Leitungsteams haben wie über 5 Millionen weitere Menschen aus aller Welt einen offenen Brief an Donald Trump unterzeichnet (https://secure.avaaz.org/campaign/de/deartrump/). Es geht nicht darum, dass der Präsident der Vereinigten Staaten von heute auf morgen seine Politik rückgängig macht. Es geht darum, ein Zeichen zu setzen für Weltoffenheit. Die Bürger der betroffenen Staaten sind oft genug im Stich gelassen worden. Jede Stimme gegen Trump ist auch eine Stimme FÜR diese Menschen.
Die Mitglieder des Kernteams des Fonelisco e.V.
Johanna Weber, Dominik Weber, Laura Klinker, Luise Kratzer und Friederike Kantzenbach

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