Netball und Schaukeln

Schon seit langem gab es nun keinen Beitrag mehr von mir, aber jetzt endlich habe ich mal wieder richtig Zeit gefunden ein wenig zu schreiben. Einiges ist passiert seit dem letzten Mal, dass ich berichtet habe. Ich war in Kenia, um mein Visum zu verlängern und Sophia und Paula sind nach Deutschland, nach hause gefahren.


Davor haben Sophia und ich erst einmal weiter Unterricht gegeben. Leider ein paar Mal unterbrochen dadurch, dass wir noch einen Ausflug nach Ukerewe mit Eddie unternahmen und Eddie es öfter morgens noch nicht zu Fonelisco geschafft hatte.
Mit den Älteren klappte es mittlerweile schon ohne große Hilfe Unterricht zu halten, jedoch hakte es auch hier immer noch, da ich zu wenige Vokabeln kann, um ganze Texte auf Englisch oder andersherum übersetzten zu können.

Die 7. Klässler, welche ich zum größten Teil unterrichte, hatten Beete angelegt, welche nach nun zwei Wochen schon Früchte trugen. Spinat (chicha) und eine Art Salat (Chinese) genannt, waren durch den vielen Regen, den wir immer noch hatten, prächtig gewachsen.
Hier hatten die Kinder erst aus der Erde im Beet ein paar kleine Hochbeete angelegt und auch aus Platz gründen noch Säcke mit frischer Erde aus dem Zuckerrohr Beet befüllt.
Um die Samenaufteilung hatte sich dann Helen gekümmert, die immer beim Jäten, Sähen und Ernten begutachtend dabei war.

Mit den Mädchen aus der 7. Klasse hatten wir nun schon seit ein paar Wochen angefangen, immer einen Abend die Woche, zum Sabasaba Sport Charity Center zu laufen und dort am Netball Training teilzunehmen, das jeden Abend dort statt fand. Die Haupttrainerin „Nice“ hatte die Mädchen sehr lieb aufgenommen und mit ihnen ganz von vorne angefangen. Ihnen alle Schritte gezeigt, wie man genau den Ball fängt und die besseren dann aber auch schon an kleineren Trainingsspielen teilhaben lassen.
Die Mädchen waren begeistert und man merkte, dass es auch sehr schön für sie war, einmal etwas außerhalb von Fone unternehmen zu dürfen, das nicht Schule war.

Bei Fone wurde auch mehr Aktivität angeboten. Ein befreundetes Pärchen von mir, was gerade durch Ostafrika reist, kam für ein paar Tage zu Besuch. Diese waren sehr motiviert für die Kinder etwas da zu lassen und bauten und planten innerhalb von knapp drei Tagen, planten eine tolle Schaukel. Das Holz holten sie zusammen mit Eddie vom Holzwerk, direkt beim Sabasaba Markt und beim Schleifen und anmalen halfen die meisten Kinder kräftig mit.
Da die Sitzfläche recht groß war, konnten immer gleich mehrere Kinder darauf Platz haben! Auch wurde das Schaukeln direkt geregelt und immer kräftig mitgezählt, wie oft Anschwung gegeben wurde und wann dementsprechend gewechselt wird. Glücklicherweise hängt die Schaukel zur einen Hälfte am Baum und ist so den gesamten Tag vor der Sonne geschützt und ein prima Platz für die heißen Mittagsstunden.

Bei uns oben im Volontärshaus hatte sich auch einiges getan. Alle Fonelisco Studenten waren nun endgültig wieder abgereist und bedingt der startenden Schulferien, nach und nach alle von Helens sechs Kindern nachhause gekommen. Die vier Jungs und zwei Mädchen mussten nun zwar im Haus mithelfen, zB morgens wenn die Milch vom Newland geliefert wurde, hatten sonst aber einigen Spaß zusammen und es gab fast keine ruhige Minute mehr

Ein anderes schönes Ereignis hatte ich morgens vor ein paar Tagen. Ich war gerade auf dem Weg zu Fone als mir plötzlich warnsinnig viele Kinder in der großen Wiese vor dem Fonelisco Grundstück auffielen. Alle schauten auf den Boden und schienen etwas zu suchen. Ein paar hatten auch Sträuche in den Händen und wedelten wild damit in der Luft herum. Als ich dann näher kam und Lydia fragte was gerade vor sich ging, zeigte sie mir eine kleine Plastik Flasche in ihrer Hand, in der schon mindestens 6 große Heuschrecken ähnliche Tiere gefangen waren. Jetzt sah ich sie auch, überall durch das Gras hüpfen. Hier werden sie Senene genannt und gerne zum Reis oder Ugali in Salz und Öl, dazu gebraten. Das war auch der Grund wieso alle Kinder wie wild und umher sprangen und die kleinen Viecher sammelten. Abends wie Mittags war ich auch beim Essen dabei jedoch traute mich nur einmal zu probieren. Ich sage es mal so: sie sind nicht meine Lieblingsspeise. Die großen Mädchen verrieten mir aber auch, dass sie es ebenfalls nicht mochten.
Die Kinder hatten jedoch ihren Spaß beim Fangen und späteren Braten.

In letzter Zeit haben wir außerdem auch unter uns freiwilligen, oft noch zusammen mit ein paar der Freiwilligen von der Sport Charity kleine Tages oder halbtages Ausflüge unternommen. Einer war zum Sukuma Museum wo wir noch ein wenig mehr über die ganzen Stämme und Sitten erfuhren und zudem noch traditionelle Hütten und Werkstätten besichtigen konnten.
Ein weiterer Ausflug ging mit dem Boot nachmittags hinaus auf den Viktoria See, wo wir dann die große Fischmarkthalle und ein paar der Fischer Felsen anschaute. Die ganze Tour wurde von einem ehemaligen Fone Kind geleitet.
Auch eine kleine Stadttour machten wir, um dann einmal alle Sehenswürdigkeiten besichtigt zu haben. Am lustigsten waren eigentlich immer die Mythen, die der Führer uns zu den Verschieden Stätten erzählte. Eine war absurder als die andere.
Einer meiner Lieblingsausflüge war jedoch der Besuch einer Montessori Schule und auch Ausbildungsschule, in der neue Lehrer und Lehrerinnen auf den Unterricht an der Montessori Schule vorbereitet werden. Hier gab es schöne Werkstätten und auch eine enorme Anlage zu besichtigen. Das ganze wurde geleitet von einer Schwester aus einem Franziskaner Orden in der Schweiz, die hier nun schon seit fast 50 Jahren, Schule, Kindergarten und Ausbildungsschule betreute. Sie führte uns auf dem Campus herum, der von tollen zu unserem Überraschen schon über 40 Jahre alten Steinhäusern, gespickt war. In den Werkstätten zeigte sie und wie die Mädchen und Jungen gerade ihre Spiel- und Unterrichtsstoff- Boxen herstellten. Alles war feinste Handarbeit.
Es war vor allem sehr interessant zu hören, was die Schwester uns darüber erzählte wie die Schule angenommen wurde, was sie zum Thema Schläge in der Schule zu sagen hatte und oft genau aus dem Grund, dass bei ihr nicht geschlagen wurde, Eltern ihre Schule ablehnten. Auch konnte sie von einem sehr interessanten Standpunkt von der Entwicklung, die Mwanza durchgemacht hat und sich erweitert ausgebaut und entwickelte hatte, erzählen.