Kuchen und Unterricht

Woche 4:
Diese Woche war schon wieder etwas mehr los. Gleich zwei Abschlussfeiern fanden statt.
Die erste Feier war von drei Fonelisco Kindern, einem Mädchen und zwei Jungen, die alle, nächstes Jahr Fonelisco verlassen würden, um auf die High School zu gehen, die hier meistens ein Internat ist.
Wir hatten hierfür mit Eddie zusammen am Vortag für alle Staff Mitglieder Essen bestellt und einen Kuchen gebacken. Dies war ziemlich aufregend, da wir keinen Ofen hatten und dementsprechend erst einen großen Topf in einen kleinen Ofen umfunktionieren mussten. Helens Schwester Brightness, ist leidenschaftliche Bäckerin wie Köchin und war bereit uns dabei anzuleiten. Das Verzieren, mit blauer und pinker Buttercreme, übernahm dann am nächsten Morgen Sophia, da sie schon ein wenig Erfahrung darin hatte. Glücklicherweise reichte der Kuchen nicht nur für die Abschlussfeier Gäste sondern jedes Kind konnte am Abend noch an dem `den anderen ein Stückkuchen in den Mund stecken`-Ritual Teil haben. Auch hatten wir heute wieder dazugelernt, dass man auf afrikanischen Festen in Zukunft mindestens 5 Personen mehr, für das Essen berechnen sollte, da immer noch der ein oder andere Bekannte unangekündigt dazu stoßen würde.

Zu der zweiten Abschlussfeier wurden wir nur eingeladen, denn es handelte sich um die Feier von Stellas Sohn. Dieser war auf einer Privat Schule, ein wenig weiter von Ilemela entfernt. Wie auf jeder Abschlussfeier wurden auch hier von den jüngeren Schülern zum Abschied Kunststücke und Tänze vorgeführt, doch hier war ich besonders beeindruckt von der Kreativität und Abwechslung der Kinder. Einige spuckten Feuer, konnten tolle Akrobatik oder trugen besonders witzige Kostüme beim Tanzen.

Zur Zeit wohnen außerdem einige jetzt studierende Fonelisco Kinder, bei Jospeh im Haus, die hier ihre Semesterferien verbringen. Diese Woche war ihre letzte Woche und wir unternahmen mit ihnen noch einmal einige kleine Ausflüge u.a. zu den Dancing Rocks. Dadurch hatten wir leider diese Woche recht wenige Nachmittage mit den Kindern verbracht, sodass es außer des üblichen Pflaster verteilen, Malen, Spielen und abends Matheaufgaben in die Hefte der Jüngeren schreiben, um sie ein wenig zum denken zu bringen, nicht viele Aktivitäten gab. Paula hatte noch ein „Mensch ärgere dich nicht“ Feld gebastelt, was nun auch fast täglich herausgeholt wurde und mit Sodadeckeln bespielt wurde.
Die ehemaligen Standard 7 Kinder, die nun auch vormittags zuhause waren, verrichteten morgens immer ein wenig Gartenarbeit. Eins der Beete musste umgegraben und von Unkräutern befreit werden, da ein Gemüsebeet angelegt werden sollte, um selbst etwas zu den Mahlzeiten beizusteuern und nicht alles kaufen zu müssen.
Was mich auch sehr stolz machte war, dass ein paar Kinder sich meine Origami Falttechniken gemerkt hatten und nun öfter ihre gemalten Bilder anschließend zu kleinen Spielen verfalteten. Vor allem Abduli lief öfter herum und faltete für auch die kleineren Kinder mit.
Außerdem hatte unser wöchentlicher Sprachkurs bei Mama Salala schon ein wenig Erfolg gezeigt und immer öfter konnte ich mich nicht nur mit Händen und Füßen, mit den Kindern verständigen. Auch mit Aunti Rose, -Regina und Stella konnte ich schon kleine Gespräche über die vergangene Feier von Stellas Sohn oder waschen und die Kinder führen.

 

 

Woche 5:
Diese Woche hatte der Regen richtig eingesetzt. Fast täglich kam es jetzt zu unerwarteten Schauern und unsere Wetterberichte waren auch keine große Hilfe, diese vorherzusagen. Durch den vielen Regen hatten sich auch einige Fützen gebildet in denen ein paar kleine Kinder gerne herumplanschten und die Würmer darin mit ekel betrachteten. Die meisten bezeichneten sie als kleine Schlangen.
Auch schafften wir es endlich die Zahnbürsten, die Sophia für alle mitgebracht hatte, zu beschriften und an die Kinder zu verteilen. Ein paar Tage später, am Filmabend hielten wir noch eine kleine Ansprache mit Eddie zusammen, um die Wichtigkeit der Nutzung und auch die korrekte Benutzung zu erläutern. Damit sie nicht wie vorher oft irgendwo herum flogen oder geteilt würden.
Wir nutzten die Ansprache außerdem, um den Kindern zusätzlich einzuprägen, dass sie bei all dem Regen immer Schuhe tragen sollten, da sich in den Pfützen spitze Gegenstände befinden könnten und auch sehr dreckiges Wasser mit den Regenfluten in die Grundstück gespült werden könnte. Dies fand Eddie noch besonders wichtig.

So schön und abwechslungsreich alles in den letzten zwei Wochen auch war, hatte ich zwei absolute Lieblingsereignisse. Beide lagen in dieser 5. Woche.
Am Montag sind wir nach dem Mittagessen zusammen mit Eddie, Joseph und Pius von Allison, einem langsam vertrauten Taxifahrer, abgeholt worden und eine halbe Stunde am Viktoriasee Ufer entlang Richtung „Newland„ gefahren. Einem riesigen Wald-, Hügel-, Feld- und Seeufer Grundstück das Fonelisco gehört und was schon jetzt und auch in Zukunft weiter, genutzt wird, um Projekte zu beherbergen, welche das Waisenhaus mit selbsteingenommen Geld unterstützen können.

Als wir ankamen war die kleine Kuhherde direkt am Eingang wie zum Empfang aufgereiht. Eddie, Pius und Joseph zeigten uns das gesamte wunderschöne Gelände. Einmal an der fast fertigen Mauer entlang, die einen großen Teil des Grundstücks umgibt, kletterten wir um alles herum. Da diese sich auch über die Hügel erstreckt hatten wir einen tollen Blick über See und Grundstück. Zum Schluss endeten wir dann am See, der mir jedes mal wieder, wie ein Meer vorkommt. Für das Grundstück gibt es leider einen großen Nachteil, da es direkt neben dem Wohnplatz einer kleinen Nilpferdherde liegt. Diese können durch den einen Teil Mauer, der noch nicht aus Stein, sondern nur Stacheldraht ist und haben schon die angelegten Beete immer wieder zerwühlen und das Anpflanzen recht schwer machen. Eddie erklärte uns hier wer schon alles für die Mauer gespendet hatte und betonte wie wichtig sie sei.
Auch erzählte er uns von einem geplanten Fischzucht Projekt was in Zukunft auf dem Grundstück entstehen sollte.
Bevor es wieder nach Hause ging liefen noch ein wenig auf den Steinen herum und kamen dann zum Ziegenstall, aus dem auch die zwei Ziegen für das große Fest gekommen waren.

Mein zweites Highlight in der 5. Woche war der Englisch Unterricht mit dem Kindern die nächstes Schuljahr in die zweite und dritte Klasse kommen würden und auch den Presecondary Schulkindern. Alle waren warnsinnig motiviert. Die Kleineren saßen oft schon morgens in der Klasse und fragten uns, ob heute wieder Unterricht statt finden würde. Eddie half uns immer, da vor allem die Jüngeren noch recht wenig verstanden. Wir hatten diese Woche immer morgens entweder die Zahlen oder Buchstaben auf Englisch geübt. Die einen konnten oft schon schnell alle Zahlen erkennen und andere taten sich auch noch am Ende der Woche recht schwer. Doch im Unterricht half jeder jedem und auch wenn Eddie nicht da war versuchten die Kinder untereinander Aufgaben noch einmal besser auf Kisuhaili zu erklären.

Auch bei den Presecondary Kindern fingen wir mit dem Englisch an, was erst einmal Sophia übernahm und Konjugieren, einfache Begrüßungssätze und ähnliches übte, um einen besseren Eindruck zu bekommen, wie gut das Englisch der Kinder ist. Mal sehen was wir in den nächsten Wochen so alles beibringen und lernen können.