Kuchen, Tee, Regen und Musik

Donnerstag Morgen, Franzi, Kiki und ich stehen in der Küche und mixen Mehl mit Wasser, Backpulver, Zucker und Eiern. Mit der Hilfe von Helen bekommen wir den Kuchen sogar auf dem Feuer gebacken! Anja wird zwanzig Jahre alt und wir übergeben ihr stolz unseren ersten selbstgebackenen tansanischen Kuchen, dessen Glasur nicht ganz so kuntvoll ausgefallen ist wie Eliadas Kuchen (Helens Schwester) zur Gradioation der Fone-Kinder.
Die Geburtstagsparty fällt aufgrund der falschen Mücke zum falschen Zeitpunkt etwas kleiner aus.
Doch weder Anopheles Mücken noch Amöben können uns aufhalten und wir starten mit der MS Nyehunge in unser nächstes Abenteuer, die Ukerewe. Zweifelhafte Platzzuweisungen auf Grund unserer Hautfarbe kommen mir wegen meines Gesundheitszustandes ausnahmsweise ganz gelegen. Die groß beworbenen Heiltrunke gegen fünfzig verschiedene Krankheiten, eine zahnschmerzmildernde Paste und Kugelschreiber aus echtem Gold kaufe ich dann aber trotzdem nicht.
Wir erkunden auf Fahrrädern die Insel und auf einem wackeligen Fischerboot den Viktoriasee. Eine Pause machen wir in einem Cafê, das wir als solches nur durch unseren Guide erkennen, und ich trinke den wohl besten und süßesten Tee meines Lebens.
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Wieder zurück in unserem schönen Zuhause in Mwanza fühlen wir uns alle am wohlsten, bemerken wir. Das Abenteuer hört jedoch auch hier nicht auf.
Jeder Tag bei den Kindern im Waisenhaus ist aufregend und anders. Wir versuchen immer uns gemeinsam auf die Unterrichtsstunden vorzubereiten und meistens läuft alles gut.
Doch endete auch mal eine Stunde im Chaos, da Eddy, der uns sonst immer im Vorschulunterricht unterstützt, gerade seine Eltern besuchte. Tiere an die Tafel zu malen und diese dann zu erraten macht allen Kindern Spaß, so sehr, dass jeder ein Tier an die Tafel malen will und die Chance umso größer erscheint, je näher man an der Tafel steht und umso lauter man schreit.
Mit jeder Minute verlor ich mehr das Gefühl mich durchsetzen zu können. Als die Sunde endete, fing es auch noch an zu regnen und somit mussten wir mit den aufgedrehten Kindern im Klassenraum bleiben. Anja hatte ihre Musik Box dabei und so machten wir den derzeit größten tansanischen Hit, Amarula, an. Das war die Wende. Alle Kinder fingen an zu tanzen und sogar zwei der Größeren und Pius und Ivonne kamen dazu. Wir tanzten ganze zwei Stunden, während der Regen draußen auf die Erde prasselte.

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Nach dem Nachmittagsunterricht ist das schönste einfach unten zu sitzen. Der Plan Kiswaheli zu lernen geht meistens nicht auf, da wir entweder von einer gruppe Mädchen eine neue Flechtfrisur bekommen, zusammen mit den Kindern Fotos machen, Drei-Gewinnt spielen, bei Fußball zugucken oder selber mitspielen.

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