Familienzuwachs im Freiwilligenhaus

Bevor wir am Donnerstag auf unsere heiß ersehnte Safari gehen, will ich kurz über eine Veränderung im Freiwilligenhaus berichten: Mit dem ehemaligen Freiwilligen Viktor, seiner Ehefrau Nora und Vater Stepan haben Johanna und ich „Mzungu“-Verstärkung aus Tschechien erhalten. Manchmal ist es nach wie vor nervig, dass uns hier alle als Mzungu bezeichnen, kommt einem in bestimmten Situationen doch etwas degradierend vor… Am schlimmsten war es, als ich eines Tages im Daladala (Minibus) ungefragt Selfieobjekt einer Horde scheinbar doch noch recht unreifer Männer wurde! Das ist echt ein richtig beschissenes Gefühl. Aber zurück zu unseren neuen Besuchern: Viktor und Nora wollen hier nicht als Freiwillige im engen Sinne fungieren, sondern vielmehr etwas zur allgemeinen Situation von Fonelisco beitragen. Als top ausgestattetes Fotografenteam sind die beiden fleißig dabei, Bilder von allen Kindern, dem Newland inklusive Besatzung und anderen relevanten Spots zu machen, woraus später eine Kampagne mit bisher noch nicht konkretisiertem Ziel werden soll. Die Kinder hatten gestern auf jeden Fall einen Riesenspaß beim musikalisch begleiteten Fotoshooting, das bei allen bereits Abgelichteten zu einer Art Dancebattle wurde. Es ist wirklich beeindruckend, was vor allem die Jungs draufhaben! Johanna und ich schauen jedes Mal aufs Neue begeistert zu und können dabei richtig die Zeit vergessen ?
Ein ganz besonderer Ausflug für uns beide war der Besuch des Malaika-Hotels am Sonntag, wo wir uns ein unfassbar tolles Frühstück mit anschließender Poolsession gegönnt haben. Nachdem wir jetzt seit knapp 7 Wochen jeden Morgen Chapati (ähnlich Pfannkuchen) oder Mandazi (frittierte Teigbällchen) zu uns nehmen, haben uns die gigantische Auswahl und Seesicht im Hotel fast zu Freudentränen gerührt. Allgemein ist das Essen hier zwar lecker, aber doch sehr monoton: Am Abend gibt es grundsätzlich Reis mit Bohnen, wozu wahlweise meist lecker Gemüse in Tomatensoße oder Kraut gegessen wird, teilweise Obst. Mittags besteht eine Auswahl aus vier bis fünf verschiedenen Gerichten: Chipsi Mayai (Pommes-Ei-Omelette, das wir gerne mit Gemüse pimpen), Kartoffel-Kochbananeneintopf, Reis mit Tomate-Avocadosalat und Spinat(ähnlichem) und Ugali (traditioneller Brei/Stampf aus Maismehl, für uns serviert mit Gemüsesoße).
Während Johanna mittlerweile seit sechs Stunden brav auf ihrem Stuhl sitzt und geduldig darauf wartet, dass ihre Braids fertig sind, schreibe ich bei Taschenlampenlicht diesen Blog und sinniere darüber, wie das Wetter morgen wird. Dieses ist genauso wie die Stromversorgung hier unberechenbar und hat uns vor allem im ersten Monat sehr viel Regen beschert. Für unsere Safari hoffen wir, dass die momentan seit circa einer Woche (Fast)Regenpause noch etwas anhält, bevor im März erneut sämtliche Straßen davongespült werden.
Haya na baadai (Tschüss und bis bald),
Luisa