Das Wochenende

Am Freitagmorgen gingen Juliane, Silke, Dominik, Jospeh und ich zum Ziegenmarkt. Silke wollte von einem Teil ihrer gesammelten Spenden zwei Ziegen kaufen. Nachdem Juliane und ich eine Ziegendame und ein kleines Zieglein sepndeten, wollte sie eine weitere Ziegendame und einen Ziegenbock damit Fonelisco eine kleine Ziegenherde hat, die sich vermehren kann. Die kleinen Ziegen können verkauft oder großgezogen und den Kindern zum Essen gegeben werden. Da das Hühnerhaus nun leersteht, haben die Ziegen für die Nacht auch ein Obdach. Außerdem fressen sie das auf dem New Land vorhandene Gras und somit enstehen keine weitere Kosten. Gesagt- getan sind wir dann zum Ziegenmarkt gefahren. So spektakulär war das erstmal nicht, da einfach mehrere Verkäufer mit ihren Ziegen am Straßenrand standen. Als wir ausstiegen befanden wir uns plötzlich inmitten eines Kreises, in dem die Verkäufer eine ihrer Ziegen an den Vorderbeinen packten und uns präsentierten. Die Art und Weise fand ich sehr belustigend!

Ich dachte wir laufen dort umher und suchen uns die Ziegen aus -nach Farbe, Preis oder wie auch immer man eine „gute gesunde“ Ziege erkennt.

Dominik spricht sehr gut suaheli und begann sofort die Verhandlung mit zwei Männern, die uns jeweils einen Ziegenbock verkaufen wollte. Einer bot auch gleich eine Dame dazu. Schneller als ich überhaupt gucken konnte lagen zwei Ziegen auf dem Boden und man band ihnen die Beine zusammen. Und dann waren sie auch schon in Josephs Kofferraum! Zwei schöne schwarze Ziegen. Juliane kam auf die schlaue Idee zu fragen ob das Vater und Tochter seien. Wir wollen ja keine Inzucht betreiben. Das war der Fall, doch kein Problem! Innerhalb gefühlter 5 Sekunden wurde die schwarze durch eine braune Ziegendame ausgetauscht. Silke bezahlte während Dominik den Preis für das Seil aushabdelte und schon waren wir 7 im Auto auf dem Weg zum New Land. „Määähhhh“ macht es sicherlich auch aus keinem deutschen Kofferraum. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass man Ziegen so in Deutschland transportieren würde. Die Ziegen schrien vor sich hin -gut, da wussten wir zumindest dass sie noch leben. Zwischendurch wurde es ziemlich leise und wir hielten unterwegs mal an um nachzusehen wie es ihnen erging. Ganz klare Verteilung des Territoriums wie es in Deutschland bei Paaren im Bett vorkommt: 3/4 gehört der Frau und der Mamn muss sich mit 1/4 genügen. Ansonsten ging es beiden gut und wir fuhren weiter.
Am New Land angekommen hob ich die Ziegendame „Lotti“ genannt aus dem Kofferraum und befreite sie vom ihren Fußfesseln. Dominik kümmerte sich um den Ziegenbock, der „Maxi“ heißen soll.

Der Weg zu unseren anderen Ziegen gestaltete sich schwierig. Maxi, ein wahrer Bock, sträubte sich wehemmend mit uns mitzukommen. Ob ziehen oder schubbsen, er hielt an oder sprang in die falsche Richtung. Und als er gar keinen Bock mehr hatte, da legte er sich einfach hin! Das wäre echt ein Video zu eurer Belustigung wert gewesen!
Nun gut, wir kamen dann endlich an und nun sind alle vier Ziegen vereint.

Ich hatte noch eine Schlangenhaut gefunden. Ich bin echt froh, dass ich noch keine getroffen habe! Hier leben wirklich gefährliche Schlangen. Dominik meinte sogar, er hätte bei einem seiner Besuche eine Black Mamba gesehen. Na dann gut‘ Nacht!
Nachdem wir nach unseren schwangeren Kühen gesehen hatten und Affen, die leider unseren Mais klauten, ging es zurück zum Mittagessen.

Während Silke und Juliane die Kinder sie seit neuestem jeden Freitag zu Tunza brachten um dort am Strand zu spielen, warteten Dominik und ich auf Joseph um unseren geerneteten Reis zu einer Maschine zu bringen, die die Schale abmacht. Diese könnt ihr hier bewundern:

Leider haben wir das ernüchternde Ergebnis erfahren, dass wir viel zu wenig Reis ernten konnten. Dominik wird darüber sicherlich noch ausführlicher schreiben.

Abends trafen wir uns noch mit Eddie und John, einem Jugendlichen aus der HighShool auf ein Bier bzw. Soda.

Am Samstagmorgen stand seit langer Zeit endlich ein Teammeeting an.

Da es solange kein Teammeeting gab, dauerte dies auch bis mittags an. Es war sehr konstruktiv und ich konnte außerdem einige Aufgaben für die kommende Woche mitnehmen. Samstagmittag passierte dann nichts mehr spannendes. Abends gingen wir noch einmal ins Waisenhaus um den Kindern einen Film zu zeigen. Für diese ist das sehr besonders, da sie keinen Fernseher oder PC/Laptop haben und deswegen sonst keine Filme schauen können. Nach ein paar Problemen den Laptop mit Lausprechern zu verkabeln ging es dann doch und die Kinder freuten sich.

Zum Abendessen gab es übrigens Pilau, einen Gewürzreis von hier mit den üblichen Bohnen und Helens Aubergine in Tomatensoße. Das kocht sie auch oft so als Mittagessen zusammen mit Reis oder Spaghetti.

Der Sonntagmorgen begann entspannt. Mittags halfen Silke und ich Helen bei der Herstellung von „Sambusa“. Das sind Teigtaschen, die unterschiedlich gefüllt werden können. Wir füllten sie mit Kraut.
Nach dem Mittagessen sah ich ein von vor einem Jahr aufgenommenes Interview von einem der älteren Kids und Joseph, das noch für andere Zwecke verarbeitet werden muss. Zu meiner Belustigung wurde das hier gefilmt und all der Alltagslärm war darin wie die Kirchenmitglieder, die hier jedes Wochende proben und schreiende Kinder. Zwischendurch lief noch Buddy, der Hund oder ein Huhn durchs Bild.
Anschließend diskutierten Juliane, Dominik, Joseph und ich mit Silke, in was das von ihr gesammelte Geld investiert werden soll.
Den Abend ließen wir im Tunza ausklingen.