Ab Anfang März sind Sibylle für ein halbes Jahr und Nicole für 4 Monate bei Fone und werden hier berichten, was sie dort erleben!

Ich wollte noch gerne ein paar Eindrücke von hier mitgeben. Vieles läuft hier anders und natürlich erfahre ich nur einen kleinen Teil und es ist noch schwieriger das für andere in Worte zu fassen, dennoch möchte ich dies versuchen. Hier sind ein paar Fotos, die ich auf dem Weg zum Tunza Beach geknippst habe.


Hier sieht man ein Wohnhaus und dahinter einen Hügel, wie es hier viele gibt. Mwanza hat meiner Meinung nach zurecht den Kosenamen „Rockcity“. Es gibt hier viele Hügel und noch viel mehr Steine. Das gezeigte Haus ist ein gewöhnliches Wohnhaus hier.


Weitere Häuser


Dieses Bild zeigt einen Einkaufsladen. Diese sind meistens vergittert zum Schutz und man bekommt seine Waren durch ein kleines Loch im Gitter. Außerdem sind die Läden nicht begehbar. Es gibt hier keine Supermärkte, außer in der Innenstadt von Mwanza selbst. Diese sind meistens jedoch teurer. Kleine Läden haben auch keinen Kühlschrank -außer manche für Soda. D.H. es gibt keine Butter, Milch, Joghurt, Käse, Wurst etc. zu kaufen. In diesen kleinen Läden gibt es dennoch das meiste: Toast, Seife, Creme, Waschpulver, Tee, Batterien, Süßigkeiten… Auch ein paar Lebensmittel wie Mehl, Zucker,Bohnen und Kartoffeln. Diese werden abgewogen wie mit einer Waage aus Omas Zeiten wo auf der einen Seite das Lebensmittel ist und auf der anderen Seite ein Gewicht.


Gemüse und Obst kann an diesen Ständen gekauft werden, die es sehr oft am Straßenrand gibt. Außerdem gibt es kleine lokale Märkte, bei denen es eine Ansammlung dieser Stände gibt. Auf unserem lokalen Markt werden noch Fische verkauft. Diese liegen ebenfalls an solch einem Stand und die Verkäuferinnen versuchen mit einem Stück Zeitung mehr oder eher weniger erfolgreich die Mücken wegzuwedeln.
Außerdem gibt es manchmal einen Käfig, in dem Hühner -natürlich lebend- sind.

Das wars erstmal, bis dann!

Am Freitagmorgen gingen Juliane, Silke, Dominik, Jospeh und ich zum Ziegenmarkt. Silke wollte von einem Teil ihrer gesammelten Spenden zwei Ziegen kaufen. Nachdem Juliane und ich eine Ziegendame und ein kleines Zieglein sepndeten, wollte sie eine weitere Ziegendame und einen Ziegenbock damit Fonelisco eine kleine Ziegenherde hat, die sich vermehren kann. Die kleinen Ziegen können verkauft oder großgezogen und den Kindern zum Essen gegeben werden. Da das Hühnerhaus nun leersteht, haben die Ziegen für die Nacht auch ein Obdach. Außerdem fressen sie das auf dem New Land vorhandene Gras und somit enstehen keine weitere Kosten. Gesagt- getan sind wir dann zum Ziegenmarkt gefahren. So spektakulär war das erstmal nicht, da einfach mehrere Verkäufer mit ihren Ziegen am Straßenrand standen. Als wir ausstiegen befanden wir uns plötzlich inmitten eines Kreises, in dem die Verkäufer eine ihrer Ziegen an den Vorderbeinen packten und uns präsentierten. Die Art und Weise fand ich sehr belustigend!

Ich dachte wir laufen dort umher und suchen uns die Ziegen aus -nach Farbe, Preis oder wie auch immer man eine „gute gesunde“ Ziege erkennt.

Dominik spricht sehr gut suaheli und begann sofort die Verhandlung mit zwei Männern, die uns jeweils einen Ziegenbock verkaufen wollte. Einer bot auch gleich eine Dame dazu. Schneller als ich überhaupt gucken konnte lagen zwei Ziegen auf dem Boden und man band ihnen die Beine zusammen. Und dann waren sie auch schon in Josephs Kofferraum! Zwei schöne schwarze Ziegen. Juliane kam auf die schlaue Idee zu fragen ob das Vater und Tochter seien. Wir wollen ja keine Inzucht betreiben. Das war der Fall, doch kein Problem! Innerhalb gefühlter 5 Sekunden wurde die schwarze durch eine braune Ziegendame ausgetauscht. Silke bezahlte während Dominik den Preis für das Seil aushabdelte und schon waren wir 7 im Auto auf dem Weg zum New Land. „Määähhhh“ macht es sicherlich auch aus keinem deutschen Kofferraum. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass man Ziegen so in Deutschland transportieren würde. Die Ziegen schrien vor sich hin -gut, da wussten wir zumindest dass sie noch leben. Zwischendurch wurde es ziemlich leise und wir hielten unterwegs mal an um nachzusehen wie es ihnen erging. Ganz klare Verteilung des Territoriums wie es in Deutschland bei Paaren im Bett vorkommt: 3/4 gehört der Frau und der Mamn muss sich mit 1/4 genügen. Ansonsten ging es beiden gut und wir fuhren weiter.
Am New Land angekommen hob ich die Ziegendame „Lotti“ genannt aus dem Kofferraum und befreite sie vom ihren Fußfesseln. Dominik kümmerte sich um den Ziegenbock, der „Maxi“ heißen soll.

Der Weg zu unseren anderen Ziegen gestaltete sich schwierig. Maxi, ein wahrer Bock, sträubte sich wehemmend mit uns mitzukommen. Ob ziehen oder schubbsen, er hielt an oder sprang in die falsche Richtung. Und als er gar keinen Bock mehr hatte, da legte er sich einfach hin! Das wäre echt ein Video zu eurer Belustigung wert gewesen!
Nun gut, wir kamen dann endlich an und nun sind alle vier Ziegen vereint.

Ich hatte noch eine Schlangenhaut gefunden. Ich bin echt froh, dass ich noch keine getroffen habe! Hier leben wirklich gefährliche Schlangen. Dominik meinte sogar, er hätte bei einem seiner Besuche eine Black Mamba gesehen. Na dann gut‘ Nacht!
Nachdem wir nach unseren schwangeren Kühen gesehen hatten und Affen, die leider unseren Mais klauten, ging es zurück zum Mittagessen.

Während Silke und Juliane die Kinder sie seit neuestem jeden Freitag zu Tunza brachten um dort am Strand zu spielen, warteten Dominik und ich auf Joseph um unseren geerneteten Reis zu einer Maschine zu bringen, die die Schale abmacht. Diese könnt ihr hier bewundern:

Leider haben wir das ernüchternde Ergebnis erfahren, dass wir viel zu wenig Reis ernten konnten. Dominik wird darüber sicherlich noch ausführlicher schreiben.

Abends trafen wir uns noch mit Eddie und John, einem Jugendlichen aus der HighShool auf ein Bier bzw. Soda.

Am Samstagmorgen stand seit langer Zeit endlich ein Teammeeting an.

Da es solange kein Teammeeting gab, dauerte dies auch bis mittags an. Es war sehr konstruktiv und ich konnte außerdem einige Aufgaben für die kommende Woche mitnehmen. Samstagmittag passierte dann nichts mehr spannendes. Abends gingen wir noch einmal ins Waisenhaus um den Kindern einen Film zu zeigen. Für diese ist das sehr besonders, da sie keinen Fernseher oder PC/Laptop haben und deswegen sonst keine Filme schauen können. Nach ein paar Problemen den Laptop mit Lausprechern zu verkabeln ging es dann doch und die Kinder freuten sich.

Zum Abendessen gab es übrigens Pilau, einen Gewürzreis von hier mit den üblichen Bohnen und Helens Aubergine in Tomatensoße. Das kocht sie auch oft so als Mittagessen zusammen mit Reis oder Spaghetti.

Der Sonntagmorgen begann entspannt. Mittags halfen Silke und ich Helen bei der Herstellung von „Sambusa“. Das sind Teigtaschen, die unterschiedlich gefüllt werden können. Wir füllten sie mit Kraut.
Nach dem Mittagessen sah ich ein von vor einem Jahr aufgenommenes Interview von einem der älteren Kids und Joseph, das noch für andere Zwecke verarbeitet werden muss. Zu meiner Belustigung wurde das hier gefilmt und all der Alltagslärm war darin wie die Kirchenmitglieder, die hier jedes Wochende proben und schreiende Kinder. Zwischendurch lief noch Buddy, der Hund oder ein Huhn durchs Bild.
Anschließend diskutierten Juliane, Dominik, Joseph und ich mit Silke, in was das von ihr gesammelte Geld investiert werden soll.
Den Abend ließen wir im Tunza ausklingen.

Huhu,
heute morgen ging es für mich wieder mit Juliane zu FONE. Nach dem Frühstück für die Kinder unterrichten wir wieder zwei der Jungs. Wir spielten ein Spiel um ihnen die Buchstaben näher zu bringen und machten mit ihnen ein Puzzle mit dem Alphabet.
Währenddessen kamen auch die Kinder von der Primary Shool zurück. Viele suchten sich noch ein Spiel aus. Besonders beliebt waren heute die Wasserfarben. Gegen Mittag gingen wir zurück zum Freiwilligenhaus um zu Mittag zu essen. Heute gab es Reis mit Bohnen und Aubergine in Tomatensoße. Eines meiner Lieblingsessen hier. Da es sonst sehr eintönig ist, haben wir alle zusammen einen neuen Essensplan erstellt. Darauf freue ich mich 🙂
Außerdem brachte Dominik 1kg Heimat -Gummibärchen- mit. Wir vernaschten ein paar und quatschten noch ein wenig. Dominik hatte noch Schreibarbeit zu erledigen und der Rest von uns ging zu FONE. Juliane hatte Blumenableger besorgt, da sich ein paar Kinder Blumen gewünscht haben. Wir schnitten ein paar Flaschen ab um „Blumentöpfe“ zu erhalten. Während der Aktion kam Joseph in das Büro, das leider aufgrund der Aktion und einiger umherstehenden Spiele einem Choas glich. Er brachte einige Kinder mit die neue Schulhefte brauchten. Danach konnte die Blumenpflanzaktion starten. Eddie half bei der Übersetzung. Jedes Kind bekam einen Topf, schrieb seinen Namen darauf, füllte diesen mit Erde, wählte eine Blume, pflanzte diese und zum Schluss sollte sie ein wenig gegossen werden. „Wenig“ schien laut unserer Kinder ein weitaus dehnbarer Begriff zu sein. Ich versuchte daraufhin klarzustellen, dass dies Pflanzen und keine Fische seien. Wir werden sehen!


Am Abend spielten wir noch ein wenig Fußball. Silke blieb noch ein wenig länger, denn sie bietet den Secondarykids Zusatzunterricht in Englisch an.

Im Moment gibt es leider Probleme mit dem Wasser. Bei einem Bau wurden die Rohre beschädigt, was nun erst repariert werden muss. So fehlt uns leider seit vorgestern Wasser. Zum Glück hat das Waisenhaus eine Grundwasserpumpe, sodass es möglich ist ein wenig Wasser zu haben um mich zu waschen. Ich hoffe dennoch, dass das Problem bald behoben werden kann.

Vorgestern war ein Feiertag „Nane Nane“. Übersetzt heißt das einfach nur 8.8., weil es am 8.August ist. Es ist ein Tag für die Farmer.
Silke, Juliane, Dominik und ich gingen mit Joseph zum New Land. Silke hatte dieses noch nicht zuvor gesehen. Außerdem konnte Dominik die Fortschritte seit seinem letzten Besuch sehen und mit Joseph über neue Projekte sprechen.

Außerdem holten wir die restlichen Hühner. Für diese wurden gespendet damit die Kinder sie am Feiertag essen konnten. Dafür wurden zunächst die Füße der Hühner zusammengebunden.

Danach wurden sie in den Kofferraum geladen und zu FONE gebracht. Einer der älteren Jungs killte sie und anschließend wurden sie von der Köchin und den Mädchen zubereitet.

Der Feiertag wurde hier auch ordentlich gefeiert. So gab es eine landwirtschaftliche Ausstellung. Viel mehr beeindruckten mich die riesige Menschenmasse. Es tummelten sich hunderte Menschen um die vielen Essens-und Verkaufsstände.

Als wir zurückgehen wollten, konnten wir kein Daladala finden in das wir einsteigen konnten. Die Leute rannen sobald sie eines sahen darauf zu und versuchten sich daran festzuhalten. Wir nahmen dann ein Pikipiki. Zuerst mussten wir mal wieder den Preis verhandeln. Und trotz der Erklärung, dass jeder von uns vier am gleichen Punkt in der Stadt abgesetzt werden soll, klappte dies nicht wirklich.
Zum Abschluss gingen wir noch einen Burger essen.

Huhu,
gestern war ich das erste Mal seit der Sansibarreise bei FONE und die Kinder waren wirklich süß. Sie haben sich sehr gefreut, dass ich wieder da bin und kamen auf mich zugestürmt und haben mich umarmt.
Gestern Abend kam auch Dominik an.
Die Kinder freuten sich sehr über seine Rückkehr.

Wir waren zusammen am Tunza Beach wo er den Kindern noch Popcorn spendierte welches Pius verteilte.

Wir haben außerdem Volleyball und Fußball gespielt. Ganz schön anstrengend im Sand, aber Spaß hat es gemacht!

Morgen ist ein Feiertag, Nane Nane, was übersetzt 8.8 heißt.

Huhu ihr da draussen!
Inzwischen habe ich mich lange nicht mehr gemeldet und es hat sich viel getan. Die zwei dänischen Freiwillige sind abgereist sowie auch eine Besucherin, die einen Monat hier war. Auch Nicole ist wieder in Deutschland. Inzwischen ist eine weitere dänische Prakrikantin gekommen, die bis November bei FONELISCO bleiben wird. Außerdem ist auch Silke angereist. Sie macht eine Auszeit auf der Arbeit und beglückt FONE für drei Monate. Ihr könnt das Wichtigste auch unter News im Newsletter lesen. Bald erscheint der Julinewsletter. Es lohnt sich also kurz vorbeizuklicken!

Im Moment bin ich mit Silke auf Sansibar und mache ein wenig Urlaub. Am Freitag kehren wir Beide zurück. Solange genießen wir den Indischen Ozean, auch wenn es leider häufig kurz regnet.
Gestern waren wir unter anderem auf Prison Island, eine Insel die ein Gefängnis werden sollte, aber eine Quarantänestation wurde. Heute gibt es dort das Gebäude zu sehen und große Schildkröten, die damals ein Geschenk des englischen Königs waren.
Es ist ziemlich komisch die Tourismuswelt zu sehen und wenn man durch das Tor geht, sind dort Dörfer wie auch Ilemela. Es fühlt sich so falsch an, wenn diese zwei Extreme aufeinandertreffen.

Ich versuche hier mal auch per Handy ein Foto hochzuladen.
Wenn nicht, könnt ihr bald wieder aus dem Alltag im Waisenhaus lesen und mich auf den letzten Wochen hier in Ilemela begleiten.


Leider sind die vier Monate Praktikum für mich vorbei. Nun sitze ich am Flughafen in Dar Es Salam und kann es noch gar nicht fassen, das ich Mwanza verlassen habe.
Der letzte Monat verging besonders schnell und mit sehr gemischten Gefühlen für mich. Einerseits freue ich mich jetzt auf meine Familie und Freunde, andererseits vermisse ich jetzt schon die Leute und das Leben in Tansania. Am Montag haben wir erst Helena eine Besucherin verabschiedet und es war ein komisches Gefühl, sie zum Flughafen zu begleiten. Die letzet Zeit mit den Kindern war auch besonders intensiv, jetzt habe ich den Eindruck man ist sich etwas näher gekommen und ich muss das Waisenhaus verlassen.
Meine Abschiedsfeier habe ich am Strand organisiert, das war für alle etwas Besonderes. Ich habe dort eine kleine Hüpfburg mit Rutsche aufbauen lassen und jeder hat eine Soda bekommen. Am Strand konnten wir noch die letzten schönen Abschlussfotos machen. Ich habe mich auch gefreut das die meisten ArbeitskollegenInnen es geschafft haben zur Feier zu kommen und auch in mein Erinnerungsbuch geschrieben haben. Das Erinnerungsbuch habe ich von meiner Tante zu meiner Abschiedsfeier in Deutschland bekommen. In Tansania habe ich mir dieses oft durchgelesen, wenn ich an meine Liebsten gedacht habe. Nun kann ich es schon gar nicht abwarten zu Hause das Buch in die Hand zu nehmen und an Tansania zu denken.
Für zu Hause bzw. für meinen kurzen Urlaub mit meinen Freund und meinen Papa habe ich mir nochmal typisch afrikanische Haare machen lassen.
Insgesamt möchte ich sagen, ich konnte die Kultur Tansanias gut kennen lernen und bereue es nicht diesen Schritt nach Tansania gewagt zu haben. Für mich war es das erste Mal in einem anderen Land mit Einheimischen zu leben und so hätte man als Tourist bestimmt niemals eine Hochzeit oder Beerdigung gesehen. Ich habe nicht damit gerechnet in Tansania oft Erkältungssymptome zu bekommen, da kann ich den nächsten Volontären nur raten etwas dafür mit in die Reiseapotheke mitzunehmen. Für die Zukunft würde ich einen professionellen Sprachkurs belegen, da es für mich schwierig geblieben ist für meine Arbeit notwendige Dinge zu kommunizieren. Eddie hat uns zwar besonders in der Anfangszeit sehr intensiv geschult, jedoch fehlte mir wohl die Struktur. In Tansania gibt es einen Swahilikurs, der auch von einer deutschen Lehrerin angeboten wird. Dieser kostet für 40 h, 250€ und bietet einen guten Überblick.
Die Organisation FONELISCO war für mich in der ganzen Vielfalt spannend kennenzulernen. Besonders an Joseph, konnte ich sehen wie viel ihm an der Organisation liegt. Wünschenswert wäre sicherlich eine stellvertretende Kraft für ihn, da ich ihn eigentlich ununterbrochen arbeiten gesehen habe und er abends immer sehr KO ins Bett gegangen ist. Einige Teammitglieder müssen des Öfteren so genannter Temporary – Arbeit nachgehen um ihre Familien zu ernähren. Die Zahlung der Mitarbeiter ist keinesfalls ausreichend und ich betrachte es als Gefahr ob das Team so konstant die Organisation unterstützen kann wie sie es gerne würden, obwohl man sagen muss das die Jobaussichten in Tansania tendenziell nicht so einfach sind. Im Vergleich zu Deutschland schätze ich die Wichtigkeit von Teamgesprächen und Evaluationsarbeit, so gehen keine wichtigen Informationen verloren und die Arbeit kann reflektiert werden, welches auch zur Motivation anregen kann. Einen großenteil habe ich mit den anderen Mitarbeitenden daran gearbeitet, dass die Kinder ein Sorgfalt- und Verantwortungsbewusstseinsgefühl bekommen. Denn wenn sie Spiele aus dem Büro bekommen, sind diese teilweise nicht wieder im gleichen Zustand zurückgekommen. Ich war auch zunächst etwas enttäuscht, als ich meine gespendeten Schuhe nach wenigen Tagen kaputt oder ohne Schnursenkel gesehen habe, hierbei darf aber der Unterschied in der Erziehung nicht vergessen werden. Schön fand ich, dass die älteren Kinder auf die jüngeren achten und sie alle einen großen Zusammenhalt haben.
Im Gegensatz zu einer Kindereinrichtung in Deutschland, sind nicht alle Materialien jederzeit vorhanden und die Organisation kann diese nicht immer stellen. So wird man auch als Volunteer kreativ oder kauft mal von sich aus ein paar Blätter zum malen.
Mir hat es gut gefallen, das ich im guten Kontakt auch zum Fonelisco e.V. in Deutschland stand. Abschließend kann ich sagen, dass ich FONELISCO auf jeden Fall nocheinmal besuchen möchte und auch im Austausch mit den Mitarbeitern, soweit es möglich ist, bleiben möchte.

Asanteni sana nimefurahia kukaa na ninyi!

Am Dienstag sind wir (Pius, Paul, Sibylle, Juliane, die zwei Jungs und ich) ca. 14 h mit dem Bus von Mwanza nach Kampala gefahren. Die Fahrt war anstrengend lang! Es war aber zum Glück ein bequemer Reisebus und wir konnten nette tansanische Musik hören. Das Fernsehprogramm, hat mich hingegen eher abgestoßen, vielleicht auch da ich nicht viel verstanden habe? Ein Passagier hat seinen Laptop verloren und es wurden unsere Taschen kontrolliert, das hat kurzzeitig für Unruhe gesorgt.
Wir sind ungefähr um 20:30 am Busbahnhof angekommen. Von da aus dann nochmal ca 1h mit dem Dalla Dalla zum Hotel gefahren.
Im Hotel wurden wir sehr freundlich empfangen und die Gastwirtin hatte ein gutes Abendessen vorbereitet.
31.5.2017
Wir besichtigten einige Zweigstellen der NGO „Come let’sdance“, die auch Träger der Schule unserer Jungs ist.
Sie haben 5 Schritte, die ihnen wichtig sind. Dazu gehört:
– Essen
– Gesundheit (Haben ihr eigenes Gesundheitszentrum, wo alle sich ziemlich günstig oder gar kostenlos behandeln lassen können)
– Sicheres Wohnen
– Bildung (haben Primary, Secondary und High Shool; hochqulifizierte Lehrer und laden auch Lehrer aus der ganzen Welt ein für Vorträge, Austausch etc))
– Nachhaltigeit z.B. durch Landwirtschaft, Weiterbildung)
Offiziell gibt es die NGO seit 10 Jahren
Sie haben eine Mitarbeiterhierarchie, arbeiten aber eher nach einer flachen Hierarchie, da jeder jeden erreichen können soll und um schneller voranzukommen auch eigenständig arbeitet und entscheiden können soll.
Zuerst konnten wir die Primary, Secondary und High Shool besuchen. Dort haben die Direktorinnen uns etwas über ihre Arbeit erzählt und standen für Fragen bereit. Im Anschluss haben wir die Klassen uns das Gelände angeschaut.
Die Primary Shool ist z.B. privat (wie alle Schulen) und sie verlangen Schulgeld, aber sie haben auch über 100 Plätze für die s.g. vulnerable children, die sie selbst finanzieren und nichts bezahlen müssen. Ansonsten habe ich gesehen, dass sie sehr religiös sind und z.B. jede Woche ein Wochenthema bzw. -spruch haben und den in einer Versammlung auch besprechen. Das Gelände sieht gepflegt und ansprechend aus. In den Klassenräumen hängen viele Plakate und auch Werke der Schüler, was ich sehr schön finde und auch inspirierend für unseren Klassenraum. Alle Mädchen und Jungs haben jeweils einen Raum, in dem alle Kinder schlafen und ein abgeteilten Raum darin in dem jmd. Ist, der auf sie aufpasst.
Die Highshool ist noch sehr jung und sie haben noch nicht so viele Schüler, aber sie wächst. Auch sie nehmen Kinder aus prekären Lebensverhältnissen auf. Hierfür haben sie eine Sozialarbeiterin, die durch die Stadtteile geht und die Familien besucht um herauszufinden welches Kind nun tatsächlich einen Platz erhalten soll und um zu sehen ob es wirklich bedürftig ist. Außerdem fand ich ihre Denkweise sehr fortschrittlich. Wir haben sie unter anderem gefragt, wie sie ihre Schüler bestrafen. Lehrer schlagen die Kinder dort nicht. Sie ziehen ein Gespräch vor um herauszufinden woran es liegt, dass ein Kind auffällig wird und haben Strafen wie z.B. die Klassenräume zu fegen, Toiletten zu putzen etc. Außerdem stehen sie im engen Kontakt zu den Familien in solchen Fällen.

Als letztes haben wir die Stelle besucht, in der Frauen empowert werden. Sie lernen dort zu schneidern und zu nähen und Schmuck herzustellen. Außerdem gibt es auch Englischkurse, an denen auch Männer teilnehmen dürfen. Außerdem haben sie 4 Räume, in denen Frauen und deren Kinder unterkommen können, wenn sie aus einem Stadtviertel, das nicht gut für sie ist wegziehen wollen. Also als Übergangszeit. Sie haben dort rund 15 Frauen, von denen meist aber die Hälfte ihren Abschluss macht.
Am Abend konnte ich noch meinen Zwischenbericht fertig schreiben und Sibylle hat einmal drüber gelesen.
01.06.2017
Am Donnerstag sind wir zur Farmer school gefahren.
Die Farm gibt es seit 10 Jahren und es sind dort 8 Mitarbeiter beschäftigt. Das Training auf der Farm gibt es seit 7 Jahren. Es sind 2-6 Schüler, die gleichzeitig ausgebildet werden. Die Ausbildung dauert ein halbes Jahr von Juni bis November. Die Jungs haben ihren Abschluss in der ersten Novemberwoche. Sie pflanzen unter anderem Bohnen, Tomaten, Gurke, Mais, Äpfel, Kasava, Süßkartoffel, Ananas, Passionsfrucht und Kürbis. Die Schule heißt „double portionfarm“ bzw. „Farming godsway“ weil sie eine spezielle Art der Anpflanzung haben. Sie haben auf der Farm auch zwei Maisfelder, die zeigen was bedeutet ohne Gods way und mit godsway anzupflanzen. Es ist ersichtlich, dass der Mais, vom Feld in godsyway deutlich kräftiger ist. Ich habe verstanden, dass dies daran liegt, dass mehr Nährstoffe im Boden erhalten bleiben. Sie halten außerdem auch Tiere dort. Es ist geplant die Schule weiter auszubauen und sie haben auch noch mehr Hektar zur Verfügung, die sie aber aufgrund der wenigen Mitarbeiter/Schüler nicht bepflanzen können.
Wir haben einige Passionsfrüchte auf dem Boden gefunden und Sie schmeckten unbeschreiblich gut!
Zum Abschied haben wir noch gemeinsame Fotos gemacht.
Dann sind wir weiter in das Manhatan Guest House gefahren, da dies näher an der Stadtmitte gelegen ist. Den Abend haben wir in einer Bar ausklingen lassen.
2.6.17
Am Freitag haben wir wieder um 9 Uhr gefrühstückt, im Hotel gab es getoastetes Toast, Marmelade, Omelette, Kaffee und Tee.
Da wir wieder etwas W- LAN hatten, konnte ich meinen Bericht verschicken.
Sibylle, Juliane und ich haben uns dann auf zur Stadterkundung gemacht. Der Verkehr ist sehr unübersichtlich und hektisch. Zuerst haben wir einen Fair Trade laden gesucht, den es aber anscheinend nicht mehr gibt. Bei der Rast in einem Hotel ist uns aufgefallen, das Sie die Hälfte der Zutaten die auf der Speisekarte stehen haben, nicht vorrätig haben. Da es auf der Straße so hektisch gewesen ist haben wir etwas Grünes gesucht und eine Pause, mit frischer Mango, in einem kleinen Park gemacht.
Im Anschluss waren wir noch im Supermarkt. Wir haben uns sehr über die große Auswahl gefreut und haben bei den Süßigkeiten ordentlich zugeschlagen.
Als wir uns dann auf den Weg ins Hotel machen wollten, haben wir leider die Orientierung verloren. Da es hier immer zeitig dunkel wird, haben wir uns dann auf die Suche nach einem Taxi gemacht. Die Einheimischen waren wieder sehr hilfsbereit, aber es hat etwas gedauert bis jmd. den Weg des etwas außerhalb liegenden Gasthauses beschreiben konnte. Letztendlich war die einzige Möglichkeit ein Picki Picki zu nehmen. Diese Motorradfahrer sind mir hier zwar keinesfalls seriös aber es war definitiv ein Abenteuer, zu dritt darauf zu sitzen und wir sind ja zum Glück heile angekommen??
Wir haben bis spät in die Nacht Karten gespielt, damit wir müde für die lange Busfahrt sind.
Zu Hause haben uns die neue Volontärin Helena und natürlich alle anderen herzlich empfangen.

Am Morgen unterrichteten Sibylle und ich erst die zwei Jungen. Im Anschluss liehen sie sich Spiele aus. Ich suchte nach Vorlagen für Accessoires einer Fotobox, da wir mal neue Fotos auf unserer Homepage benötigen. Um 11 Uhr erreichte die neue Volontärin das Haus und somit habe ich wieder eine Mitbewohnerin. Sie kommt aus Dänemark, studiert Pädagogik und ist nun für ein halbes Jahr hier. Wir konnten uns super mit ihr austauschen und schon viele Fotos zeigen.

22.05.2017 -25.05.2017 Ukerewe Island
22.05.2017
Am Montag sind wir um 8:30, drei Stunden mit der Fähre zur Insel Ukurewe gefahren. Dort angekommen, haben wir uns mit dem typischen Essen chipsy mayai gestärkt. Von dort wurden wir von einem Taxi zum Hotel Monarch gebracht, diesmal mal nicht alle in ein Auto gedrängt? Der Fahrer hat darauf bestanden 2x zu fahren. Das Hotel war direkt am Strand gelegen und wir machten erst einmal ein paar Fotos. Ein Guide vom Hotel kam und erklärte uns die Möglichkeiten der restlichen Tagesgestaltung. Wir haben uns dann Fahrräder geliehen. Es war richtig abenteuerreich, wobei mich der Linksverkehr am wenigsten verwirrt hat. Es waren eher die hügeligen Straßen und der Sand der die Streckte anstrengend machte. Wir haben an einem Hafen gehalten. Dort konnten wir Fischern bei der Arbeit zusehen und Fragen stellen. Natürlich haben wir im Anschluss noch in das Gästebuch geschrieben, was hier in Tansania jeder führt. Die Tour haben wir mit einem Sonnenuntergang auf einem Felsen beendet. Abends waren wir in einer zentralen Bar.
23.05.2017
Im Hotel gab es Chapati, Brot, Bananne, Wassermelone, Saft mit Avocado und Maracuja, Cafe, Tee und Kakao zum Frühstück. Ab 10 Uhr trafen wir uns wieder mit dem Guide. Auf dem Tagesplan stand als erstes die Besichtigung einer Kokussnussplantage. Dies habe ich mir etwas anders vorgestellt, leider waren die Kokussnüsse noch nicht reif zum Essen, aber auch dort konnten wir wunderschöne Fotos von den Palmen machen. Von da aus konnten wir wieder einen Felsen sehen, auf den ich mit den Männern geklettert bin. Ich liebe klettern! Und hier muss man nicht dafür zahlen im Gegensatz zu Deutschland. Eddie zeigte uns noch Pflanzen; die süßkartoffelpflanze und die Cassava.
Anschließend haben wir ein altes Königschlosses besichtig. Dies war leider nicht so gut erhalten und bewohnt von vielen Fledermäusen. Im Schloss konnten wir den Königsthron sehen und verschiedene Trommeln, die als Kommunikationsmittel genutzt wurden. Auf dem Weg haben wir traditionell in einem kleinen Haus gegessen. Ich bestellte Ugali mit Schweinefleisch. Nachdem sind wir zum Strand gefahren, an dem direkt ein Wald angebunden war. In dem Wald konnten wir leider nicht mehr die Affen die dort leben sehen, da sie schon geschlafen haben. Den Abend haben wir wieder in der Bar ausklingen lassen. Für mich war es Wochenendfeeling, die Bar war auch gar nicht so leer und wir konnten nett tanzen.

24.05.2017
Mittwochmorgen bin ich alleine Fahrrad gefahren, da Sibylle keine Lust hatte und die anderen noch geschlafen haben. Da ich große Befürchtungen hatte die Orientierung zu verlieren, bin ich einfach jede Gabelung einmal abgebogen und habe mir keine große Tour zugetraut. Um 14:30 haben wir uns eine traditionelle Tanzshow angeschaut. Es war richtig toll da sie uns alle mit tanzen lassen haben, ganz schön anstrengend! Ich musste viel lachen, besonders bei den typischen Rufen zwischendurch. Am Ende wollten Sie ein Feedback von uns und gaben ihre Facebookseite:
25.05.2017
Am Donnerstagmorgen bin ich mit Eddie und Sibylle nochmal Fahrradfahren gegangen. Es machte mir großen Spaß, Eddie kennt sich auch ein bisschen aus und wir konnten eine schöne Strecke genießen. Auf dem Weg haben wir Zuckerrohr gekauft.
Um 13:30 brachte die Fähre uns sicher zurück nach Hause.
Insgesamt hat uns der Aufenthalt sehr gut gefallen! Es ist auch interessant zu erfahren, dass dies Trip zu unserem Praktikum dazugehört, dass ist wieder ein kultureller Unterschied.