Gerade sitze ich am Flughafen von Daressalam und habe genügend Zeit, um mir über meine vergangenen sechs Monate Gedanken zu machen.
Meine letzten Tage in Mwanza waren geprägt von wechselnden Gefühlen, was auf Dauer ziemlich anstrengend war. Einerseits freue ich mich auf Zuhause, auf meine Familie, meine Freunde und die gewohnte Umgebung. Andererseits hatte ich bei der FONELISCO-Familie so viele spannende und schöne Erlebnisse. Ich hatte gerade damit angefangen mir einen Freundeskreis aufzubauen und mich im Kiswahili immer wohler zu fühlen. Aber was sollen diese Gedanken, ich fliege Heim und daran lässt sich nichts ändern.
Die Zeit in Mwanza ist zwar vorbei, trotzdem wird diese Zeit meine Zukunft weiter beeinflussen.
Ich habe gelernt Aufgaben zu übernehmen, vor 15 Kindern zu stehen und Englisch zu reden.
Ich habe gelernt wie wahre Gastfreundschaft aussieht und wie groß das Herz der Kinder ist, größer als der Viktoriasee und der ist immerhin der zweitgrößte Süßwassersee der Welt!
Ich habe Joseph kennen gelernt. Joseph, dem Fone zu verdanken ist.
Ich habe gelernt selbstständig zu sein, ohne die Hilfe meiner Eltern oder meiner Schwester.
Ich habe gelernt mit anderen zusammen zu leben, mit Tansaniern und drei Deutschen, die alle für sich genau richtig waren für diese Zeit.
Ich habe gelernt, sich nicht über alles aufzuregen, die Ruhe zu bewahren, polepole. Freu dich nie zu früh – aber am Ende klappts doch irgendwie.
Tansania. Tansana. Wie auch immer dieses Land auf Fußballtrikos genannt wird. Ich habe so vieles von diesem Land, seinen Leuten und vor allem den Kindern bei Fonelisco gelernt.
Natürlich habe ich auch schlechte Erfahrungen gemacht. Ich hatte Heimweh, manchmal keine Lust zu unterrichten. Angepisst, dass das Geld nicht auf Bäumen wächst. Wütend auf Lehrer, die Kinder schlagen. Wütend auf ein Land, dass so viel Mist zulässt. Um vieles ist Deutschland Tansania voraus, so vieles können sie von Deutschland lernen. Aber mindestens genauso viel können die Deutschen von den Tansaniern lernen. Die Freundlichkeit und Offenheit der Tansanier machte jeden meiner Tage zu einem wunderschönen.
Für meinen Geschmack ist der Text nun etwas zu melancholisch geworden, ich habe hier aber auch gelernt, dass es manchmal egal ist und ich mir den Kopf nicht zerbrechen soll, sondern es einfach tun sollte.

Asante FONELISCO & FONELISCO e.V.

Abschiedsausflug mit allen Kindern und fast dem gesamten Staff an den Viktoriasee

Abschiedsausflug mit allen Kindern und fast dem gesamten Staff an den Viktoriasee

 

mit viel Spaß beim Fußballspielen am Strand

mit viel Spaß beim Fußballspielen am Strand

Kurz vor Weihnachten kamen mich meine Eltern und meine ältere Schwester in Mwanza besuchen. Es war so schön sie wieder um mich zu haben. Ich hatte ihnen die letzten drei Monate so viel von Tansania und FONELISCO erzählt, dass es nun toll war, dass sie nun alles selber sehen konnten. Ich zeigte ihnen das Voluntärhaus, sie lernten Anja, Kiki und Franzi kennen, wir gingen zusammen auf den Sabasaba Sonntagsmarkt und besuchten die Schneiderin. Am beeindrucksten für meine Familie aber waren die Kinder von FONELISCO. Wir aßen alle zusammen Reis mit Bohnen, Eunice mdogo setzte sich gleich ganz interessiert neben meine Schwester Sophie und meine Eltern stellten sich gar nicht so schlecht an beim Essen mit Händen.
Die nächsten Tage genoss ich das Zusammensein mit meiner Familie. Wir hatten eine tolle Zeit auf Sansibar, in der Serengeti und im Ngorongorokrater, wo wir alle Tiere sahen, die man nur sehen kann, von Leopard und Nashorn bis Warzenschwein und Mistkäfer.
Das Ende unserer gemeinsamen Zeit kam schnell und ich weinte viel als wir uns zum Abschied umarmten. Viel Zeit zum traurig sein hatte ich dannach zum Glück aber nicht. Franzis Mutter und Schwester waren noch für einige Tage hier zu Besuch und wir hatten für jeden Tag viele Pläne: Ich begleitet sie bei der Stadterkundung, wir gingen Abens gemeinsam Essen, hatten Spaß bei der Karaoke Show und verbrachten viel Zeit bei FONELISCO.
Einen ganzen Vormittag verbrachten wir mit allen Kindern, da noch Ferien waren, am Sandstrand der Tunza. Joseph war auch dabei und spielte mit Fußball. Wir hatten Mandazi zum Frühstücken mitgenommen und jeder bekam ein Getränk. Wir spielten stundenlang im Sand!
Am Abend führten die Kinder für Franziskas Familie den traditional Dance vor. Diesmal konnten wir aber nicht, wie sonst immer, von außen jedes Kind bewundern, sondern wir wurden an den Händen genommen und mit zum Tanzen aufgefordert. Egal wie doof wir auch aussahen, es machte sehr viel Spaß!
Auch die tolle Zeit mit Franziskas Familie ging vorbei. Nach der langen Zeit voll Besuch und Trubel, war es aber auch wieder schön zum Alltag zurückzukehren.
Der Alltag wurde jedoch schnell wieder durcheinander gebracht, da wir fünf Tage hintereinander mit Shitobelo und nach seiner Behandlung fast zwei Wochen mit Anna mdogo ins Krankenhaus fahren mussten. Bei Shitobelo hatte sich an seinem Bein eine Wunde infiziert und Anna wurde in der Nacht von Nairobi Fly überrascht. Ein Käfer, der giftige Substanzen ausscheidet, wenn man ihn von der Haut wischt. Die Tage im CF Hospital waren spannend, wir lernren das Personal gut kennen und als wir mit Anna zur Behandlung fuhren, fragten sie immer noch wie es Shitobelo denn ginge.
Der Januar war eine sehr toughe Zeit. Essen, Trinken, Hygiene, Strom etc, die Bezahlung von Allem bei FONELISCO hängt von der Menge der Spenden ab. Und Anfang des Jahres fallen da besonders viele Kosten an. Ein großer Teil davon ist das Schulgeld. Für jedes Kind muss ein Sponsor gefunden werden. Jedes Jahr steht FONE vor der selben Situation, doch für mich war es eine ganz neue Erfahrung. Die Schule hatte schon begonnen und für so viele Kinder fehlte noch das Geld. Jetzt, zwei Monate später können alle Kinder zur Schule gehen!
Damit war das Thema Schule aber noch nicht erledigt. Für die Primaries war das Geld zwar da, jedoch hatte die Schule vorübrgehend geschlossen, da die Toiletten saniert werden mussten, auf Grund der Cholera Gefahr. So begannen Kiki und ich im Unterricht auch mit den Primaries Englisch zu lernen und Ivonne gab extra Stunden für die übrigen Fächer, sodass sie die Prüfungen trotz fehlendem Schulunterricht bestehen konnten. Am Montag soll die Schule nun wieder beginnen.
Zum Abschluss unserer Zusatzstunden bereitete Ivonne Tests für alle Kinder vor. Kiki und ich steuerten die Englischtest bei und kopierten alles. Bei meinem zweiten Ausflug zum Copy Shop, der direkt am Markt vn Ilemela zu finden ist, hatte ich eine besonders große Bestellung aufzugeben. Zum Glück stand ein Stuhl vor dem Laden. So saß ich dort eine gute Stunde und ich konnte das spannende Leben, das sich vor mit abspielte, beobachten. Ein Mann ließ sich auf seinem Fahrrad den Berg runter rollen, dabei versuchte er sich auf die Mittelstange zu stellen und führte fröhlich Gespräche mit weit entfernten Leuten. Zwei Mal kamen Jungs von FONELISCO am Laden vorbei und riefen mir „Mambo Luisi!“ zu. Ein sehr alter Mann hieß mich willkommen in seinem Land. Und nach einer Zeit begann ich mit der Shopbesitzerin zu plaudern. Wohl gemerkt auf Kisuaheli! Und wie ich so auf meinem Stuhl wartete, mich komplett wohlfühlte in einem so fremden Land, da hatte ich das Gefühl in Tansania wirklich angekommen zu sein.

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mittendrinnen in der Gnuwanderung in der Serengeti

mittendrinnen in der Gnuwanderung in der Serengeti

Mama mit Abdalla, Kamba und Alphonce

Mama mit Abdalla, Kamba und Elias

Familie Kühner, Kratzer, Kiki und Anja im Tilapia Restaurant

Familie Kühner, Kratzer, Kiki und Anja im Tilapia Restaurant

Es war ein Samstag Morgen und es regnete. Wir saßen betrübt am Frühstückstisch mit den Gedanken, dass der für heute geplante Sporttag wohl ins Wasser fallen würde. Wir hatten den Beginn auf 10 Uhr gelegt. Pünktlich um kurz vor 10 Uhr hörte es auf zu regnen und die Sonne kam raus. Tansanias Wetter war auf unserer Seite! Im Waisenhaus angekommen hatte Willie die Kinder bereits in Gruppen eingeteilt. Barcelona, Bayern München und Madrid. Die erste Disziplin war Bowling. Keiner hier kannte Bowling. Deswegen machte es auch nichts, dass die Aufbereitung mit Wasserflaschen und Stoffball nicht ganz so professionell war. Die nächste Disziplin war Sprint, dann Weitsprung. Da brachte der Regen doch noch einen Nachteil mit sich, da das Gras noch nass war und einige bei der Landung ausrutschten und drei Meter weiter schlitterten. Die Überlegung abzubrechen verwarfen wir, als alle (auch diejenigen, die über das Gras rasten) so viel lachten, dass die Weite des Sprunges ganz unwichtig wurde. Letzte Disziplin war der tansanische Eierlauf. Das tansanische am Eierlauf ist, dass kein Ei auf dem Löffel liegt, sondern eine Embe (Deutsch: Mango). Die Kinder mussten einen Parkour durchqueren, wobei die Mango nicht vom Löffel fallen darf. Im Anschluss spielten dann die jüngeren ein Fußballturnier und nach dem Essen ging es weiter mit den Matches der Großen. Ich schloss mich dem Bayern München Team an, da mein Zuhause ganz in der Nähe Bayerns Hauptstadt liegt.
Am Ende des anstrengenden Tages, nachdem alle geduscht und gegessen hatten, hielt Willie die Siegerehrung ab. Gesamtsieger war natürlich Bayern München. Das anschließende Tanzen zur tansanischen Musik war mein persönliches Highlight, weil ich immer wieder so beeindruckt von den Tanzkünsten der Tansanier bin. Und die der Kinder bei FONE sind wohl die besten der Welt.

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Andere Tage verbrachten wir mit den Kindern entweder mit dem Bemalen der Innenmauern von Fonelisco mit bunter Kreide, einmal verließen wir das vertraute Zuhause und machten einen Ausflug an den Viktoriasee oder wir spielten zusammen Uno, Domino und legten vergeblich 1000er Puzzle.
Einen Tag in der Woche basteln wir zusammen in der Vorschule. Vor zwei Woche bemalten wir Papiere mit Wasserfarben, klebten sie auf Klopapierrollen und befestigten mit einer Schnur jeweils ein Blatt mit einer Zahl von 1 bis 24 daran. Das System des Adventskalenders war den Kindern zwar neu, trotzdem freuen sie sich jeden Tag, wenn eines von ihnen ausgelost wird, um aus der heutigen Rolle eine Süßigkeit zu holen.

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Donnerstag Morgen, Franzi, Kiki und ich stehen in der Küche und mixen Mehl mit Wasser, Backpulver, Zucker und Eiern. Mit der Hilfe von Helen bekommen wir den Kuchen sogar auf dem Feuer gebacken! Anja wird zwanzig Jahre alt und wir übergeben ihr stolz unseren ersten selbstgebackenen tansanischen Kuchen, dessen Glasur nicht ganz so kuntvoll ausgefallen ist wie Eliadas Kuchen (Helens Schwester) zur Gradioation der Fone-Kinder.
Die Geburtstagsparty fällt aufgrund der falschen Mücke zum falschen Zeitpunkt etwas kleiner aus.
Doch weder Anopheles Mücken noch Amöben können uns aufhalten und wir starten mit der MS Nyehunge in unser nächstes Abenteuer, die Ukerewe. Zweifelhafte Platzzuweisungen auf Grund unserer Hautfarbe kommen mir wegen meines Gesundheitszustandes ausnahmsweise ganz gelegen. Die groß beworbenen Heiltrunke gegen fünfzig verschiedene Krankheiten, eine zahnschmerzmildernde Paste und Kugelschreiber aus echtem Gold kaufe ich dann aber trotzdem nicht.
Wir erkunden auf Fahrrädern die Insel und auf einem wackeligen Fischerboot den Viktoriasee. Eine Pause machen wir in einem Cafê, das wir als solches nur durch unseren Guide erkennen, und ich trinke den wohl besten und süßesten Tee meines Lebens.
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Wieder zurück in unserem schönen Zuhause in Mwanza fühlen wir uns alle am wohlsten, bemerken wir. Das Abenteuer hört jedoch auch hier nicht auf.
Jeder Tag bei den Kindern im Waisenhaus ist aufregend und anders. Wir versuchen immer uns gemeinsam auf die Unterrichtsstunden vorzubereiten und meistens läuft alles gut.
Doch endete auch mal eine Stunde im Chaos, da Eddy, der uns sonst immer im Vorschulunterricht unterstützt, gerade seine Eltern besuchte. Tiere an die Tafel zu malen und diese dann zu erraten macht allen Kindern Spaß, so sehr, dass jeder ein Tier an die Tafel malen will und die Chance umso größer erscheint, je näher man an der Tafel steht und umso lauter man schreit.
Mit jeder Minute verlor ich mehr das Gefühl mich durchsetzen zu können. Als die Sunde endete, fing es auch noch an zu regnen und somit mussten wir mit den aufgedrehten Kindern im Klassenraum bleiben. Anja hatte ihre Musik Box dabei und so machten wir den derzeit größten tansanischen Hit, Amarula, an. Das war die Wende. Alle Kinder fingen an zu tanzen und sogar zwei der Größeren und Pius und Ivonne kamen dazu. Wir tanzten ganze zwei Stunden, während der Regen draußen auf die Erde prasselte.

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Nach dem Nachmittagsunterricht ist das schönste einfach unten zu sitzen. Der Plan Kiswaheli zu lernen geht meistens nicht auf, da wir entweder von einer gruppe Mädchen eine neue Flechtfrisur bekommen, zusammen mit den Kindern Fotos machen, Drei-Gewinnt spielen, bei Fußball zugucken oder selber mitspielen.

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So langsam habe ich mich hier in Mwanza richtig eingelebt. Vor einigen Tagen kamen noch zwei Freiwillige, Anja und Franziska, sodass wir nun vier Deutsche im Haus sind.
In Anja und Franzis ersten Tagen merkte ich, wie schnell ich vom Neuling zum Experten wurde, der erklären kann, wie und wo die Daladalas abfahren, wo sich das nächste Restaurant befindet und wie der Unterricht abläuft.
Vormittags unterrichten wir zusammen mit Eddy für eine Stunde die Vorschüler, die sich alle auf einem sehr unterschiedlichen Niveau befinden. Diese Woche lernten wir mit einigen das A und das E zu schreiben, mit den Fortgeschrittenen wiederholten wir die Zahlen, Farben, Tiere und Körperteile auf Kiswahili und Englisch, verpackt in Liedern und Spielen. Nach dem täglichen abschließenden Tanz geht es dann auf den Innenhof des Waisenhauses und wir spielen zusammen Reise nach Jerusalem, Hundehüttenfangen, Karoti oder Fußball.
Jeden Nachmittag unterrichten wir zusammen mit der tansanischen Lehrerin Ivonne Englisch, abwechselnd von Standard 3 bis Standard 7 circa eine Stunde lang, in der wir häufig Überraschungen und viel Freude erleben.
Die letzten zwei Wochen waren zudem etwas besonderes, da Johanna und ihre Schwester Sophia zu Besuch waren. Johanna konnte unsere vielen Fragen beantworten und uns einiges von ihrem Aufenthalt vor vier Jahren erzählen.
Wenn wir Abends alle zusammen Taxi fuhren, um in der Stadt direkt am Viktoriasee gemeinsam zu essen, erlebten wir die wunderbarsten Taxifahrten, zu fünft auf dem Rücksitz und mit stimmungsvoller Musik von den Backstreetboys oder den neusten tansanischen Hits.
Ein besonderes Erlebnis war die Graduationparty einiger Kinder von Fonelisco. In einem Restaurant gleich neben dem Waisenhaus wurden Reden gehalten von einigen Amtsträgern der Schule, einige Schülerinnen und Schüler führten einen Tanz vor und jeder erhielt sein Zertifikat. Mit allen Kids aus dem Waisenhaus gingen wir anschließend in einen Raum einige Meter entfernt. Die vier Kinder, die die siebte Klasse beendet hatten, saßen ganz vorne an einem Tisch und blickten zu den Gäste. Es wurden wieder kurze Ansprachen gehalten, diesmal von Mitarbeitern von Fonelisco, es wurde gesungen und anschließend gegessen. Als alle Geschenke überreicht waren und wir uns auf den Weg zurück zum Waisenhaus machten, war die Nacht schon angebrochen. Jeder von uns nahm zwei der Kinder an die Hand und so spazierten wir durch die Dunkelheit nach Hause.
Die Zeit verging schnell und so mussten uns Johanna und Sophia leider schon wieder verlassen. Für ihren Abschied besorgten wir zusammen auf dem Markt Ananas, Papaya, Mangos und Bananen, die später geschnibbelt und verteilt wurden.
So kam es auch, dass uns das Abendessen angeboten wurde und ich zum ersten Mal mit den Fingern aß, so wie es hier üblich ist. Zu meinem Glück hatte es an diesem Abend Stromausfall, sodass mich keiner sehen konnte bei meinen Versuchen den Reis mit den Bohnen in meinen Mund zu führen, wobei ich fast alles auf halbem Weg verlor. Zum Schluss wurde noch getanzt und gesungen, sodass wir spät Abends alle kaputt ins Bett fielen.

 

             AUnterricht

Ein Tag vor der Reise. Ich bin so wahnsinnig aufgeregt und habe etwas Angst, weil ich nicht weiß was mich erwartet und ob ich dem gewachsen bin.
Doch ehe ich mich versehe sitze ich schon im Flugzeug und bestaune den Sonnenaufgang über Afrika.
Auch wenn ich in den ersten Stunden von allem Neuen überflutet werde, macht mir die herzliche Begrüßung von Joseph und den anderen tansanischen Hausbewohnern den Anfang meines nächsten halben Jahres sehr schön.
Die nächsten Tage kommt ein aufregender Moment nach dem anderen: Die erste Daladalafahrt, der erste Stromausfall, die erste Dusche mit Regenwurm, mein erstes tansanisches Frühstück, die erste Mango (der noch viele folgen werden), die erste Heuschrecke (der nicht viele folgen werden) und das erste Mal bei den Kindern im Waisenhaus.
Das Waisenhaus wird momentan renoviert, die Außenwände sind schon in einem fröhlichen grün angestrichen und die Dächer in blau. Demnächst wird auch jedes Kind in einem neuen Bett schlafen.
Mein Eindruck von der Unterkunft war also sehr gut. Noch besser war die Begegnung mit den Kindern. Wir haben am Abend zusammen getanzt, wobei wirklich jeder Spaß hatte. Ich war außerdem auch beeindruckt, weil sogar die ganz kleinen besser tanzen können als wir Deutsche.
Jeden Morgen von Montag bis Freitag unterrichten wir eine Stunde in der Vorschule und spielen danach zusammen. Ob Basteln, Malen, Kiswahili oder Englisch, die Kinder sind immer interessiert und machen einem das unterrichten einfach.
Die Stimmung im Waisenhaus ist immer fröhlich und sehr friedlich. Es wirkt wie eine große Familie und ich freue mich die nächsten Monate ein Teil davon zu sein.