Johanna und Luisa arbeiten von Januar bis April bei Fonelisco und erzählen hier von ihrer Zeit.

Hallo, wir sind Luisa und Johanna aus Wunsiedel (Oberfranken) und Kassel und sind nun seit gut einer Woche bei Fonelisco. Wir werden euch in der kommenden Zeit abwechselnd von unseren Erfahrungen hier berichten und euch so gut es geht über die Entwicklung im Waisenheim auf dem Laufenden halten.

Nach einem langen Flug sind wir am 04.01.2020 relativ erschöpft abends in Mwanza am Flughafen angekommen. Dort haben uns Joseph und Iben schon fröhlich erwartet und in Empfang genommen. Gemeinsam sind wir zum Volontärshaus gefahren, wo wir Josephs Familie kennengelernt haben und von allen willkommen geheißen wurden, sodass wir uns direkt wohl gefühlt haben.
Am nächsten Morgen hat uns Iben zu Fone gebracht und uns die anwesenden Mitarbeiter und einige Kinder vorgestellt. Das war erstmal sehr beeindruckend und aufregend für uns, da es uns noch sehr schwerfiel sich so schnell so viele Namen und Gesichter zu merken und wir uns noch gar nicht ausdrücken konnten.
Nachmittags haben wir gemeinsam mit Iben Ilemela erkundet und Iben hat uns viel gezeigt und über Fonelisco und das Leben hier erzählt.
In den folgenden Tagen lernten wir langsam immer mehr Namen und Gesichter von den Kindern und traten mehr und mehr in Kontakt mit ihnen. Immer mehr kamen auf uns zu und die ersten Konversationsversuche mit unseren wenigen Worten, die wir in Suaheli schon wussten, entstanden.
Wir bekamen erste Eindrücke von dem Alltag in Fone: von den Mahlzeiten dort, von der großen Begeisterung vieler Kinder am Malen in ihren Malheften bis hin zu Ereignissen wie der wöchentlichen Movie Night, welche Iben weiterhin am Laufen erhält, kleinen Dance Sessions am Abend oder Ausflüge zum Sabasaba Sport Charity Center einem großen Sportplatz in Ilemela. Viele Eindrücke, die uns faszinierten und neugierig machten. Und da die Schule noch nicht angefangen hatte, waren meistens auch so gut wie alle Kinder da, was vorteilhaft war, um möglichst viele in den ersten Tagen kennenzulernen und Kontakt aufzunehmen.
Außerdem begannen wir mit unserem Sprachkurs bei Mama Salala und lernten so immer mehr Wörter und Sätze auf Suaheli, was uns half, immer mehr Begrüßungsfloskeln mit den Kindern in Fone und den Menschen in Ilemela auszutauschen.
Abgesehen davon freuten Luisa und ich uns jedes Mal aufs Neue, von Mama Salala über die Kultur und das Leben in Tansania erfahren zu können. Auch wenn diese manchmal eventuell etwas subjektiv waren, empfanden wir ihre Erzählungen als sehr spannend und hilfreich, um die tansanische Kultur besser zu verstehen.
Ein wirklich besonderer Abend war für uns die Willkommensparty nach unserer ersten Woche in Fonelisco. Zum einen waren wir erstmal sehr überrascht, als Joseph uns erzählte, dass diese geplant ist, zum anderen waren wir im Vorhinein völlig ahnungslos, was uns erwartet.
Am späten Nachmittag kam Joseph dann runter ins Waisenhaus und trommelte alle Kinder zusammen. Es wurden zwei Stühle für uns aufgestellt, auf die wir uns setzen sollten. Etwas verunsichert und schüchtern setzten wir uns hin und fragten uns, was nun passieren würde.
Auf einmal erhoben sich alle Kinder und fingen gemeinsam mit Joseph und den anderen Mitarbeitern lautstark an, ein Lied nach dem nächsten auf Suaheli zu singen und zu tanzen, um uns willkommen zu heißen. Luisa und ich waren zum einen peinlich berührt, aber konnten vor Aufregung und Freude gar nicht mehr aufhören zu grinsen und zu lachen. So viel Freude über unser Dasein und Gastfreundschaft überwältigte uns total und ließ sogar die eine oder andere Freudenträne rollen.
Nachdem die Kinder und Erwachsenen zu guter Letzt die tansanische Nationalhymne gesungen hatten, kamen einzelne Kinder und die Mitarbeiter zu uns oder stellten sich auf und formulierten eigene persönliche Willkommensworte für uns, was ebenfalls sehr berührend war. Luisa und mir fehlten vor lauter Rührung wirklich die Worte und wir brachten lediglich immer wieder „Asante! Asante Sana!“ hervor.
Ich bin mir sicher, dieser Abend wird bei keinem von uns beiden je in Vergessenheit geraten.

Allgemein war es für uns wirklich beeindruckend, wie herzlich wir hier in Mwanza und vor allem bei Fonelisco und im Volontärshaus willkommen geheißen wurden. Schon am ersten Abend sagte Joseph wir alle seien eine Familie. Und dieses Gefühl bestärkte sich immer wieder. Ob bei dem freudestrahlenden Begrüßungen von Joseph jedes Mal, wenn er nach Hause kam, dem täglich liebevoll zubereiteten Essen von Helen, Unterstützung und Gespräche mit Eddie, einem netten Spieleabend mit Elias, Helens ältestem Sohn, der häufen Kontaktaufnahme von der kleinen Natasha (eine von Helens Töchtern) oder vor allem dem freudigen „Mambo“ der Fone-Kinder wenn wir durchs Tor herein kommen. Alle heißen uns sehr herzlich willkommen, was es uns deutlich leichter macht, uns hier wohl zu fühlen.
Vor allem aber erwähnt werden muss die liebe Iben, die uns seit Tag 1 alles zeigt, uns durch die Innenstadt Mwanza führt, uns alles erklärt, uns zu verschiedenen Orten, wie z.B. der Sprachschule bringt, für uns immer wieder den Dolmetscher spielt, wenn es mal wieder an unserem noch sehr ausbaufähigen Suaheli scheitert und für wirklich unzählig viele Fragen von uns Geduld und Verständnis aufbringt.
Auch wenn es für uns nicht immer leicht ist, uns an all die neuen Eindrücke zu gewöhnen, wir noch immer etwas unsere Rolle in Fonelisco suchen und uns an vieles gewöhnen müssen, hatten wir eine wirklich schöne erste Woche hier, in der ich für meinen Teil mich viel schneller eingewöhnt habe, als ich es im Vorhinein vermutet hätte.