Iben und Sophia erzählen von ihren Erlebnissen aus Tansania. Iben ist von September bis Januar vor Ort und Sophia von Ende September bis November.

Schon seit langem gab es nun keinen Beitrag mehr von mir, aber jetzt endlich habe ich mal wieder richtig Zeit gefunden ein wenig zu schreiben. Einiges ist passiert seit dem letzten Mal, dass ich berichtet habe. Ich war in Kenia, um mein Visum zu verlängern und Sophia und Paula sind nach Deutschland, nach hause gefahren.


Davor haben Sophia und ich erst einmal weiter Unterricht gegeben. Leider ein paar Mal unterbrochen dadurch, dass wir noch einen Ausflug nach Ukerewe mit Eddie unternahmen und Eddie es öfter morgens noch nicht zu Fonelisco geschafft hatte.
Mit den Älteren klappte es mittlerweile schon ohne große Hilfe Unterricht zu halten, jedoch hakte es auch hier immer noch, da ich zu wenige Vokabeln kann, um ganze Texte auf Englisch oder andersherum übersetzten zu können.

Die 7. Klässler, welche ich zum größten Teil unterrichte, hatten Beete angelegt, welche nach nun zwei Wochen schon Früchte trugen. Spinat (chicha) und eine Art Salat (Chinese) genannt, waren durch den vielen Regen, den wir immer noch hatten, prächtig gewachsen.
Hier hatten die Kinder erst aus der Erde im Beet ein paar kleine Hochbeete angelegt und auch aus Platz gründen noch Säcke mit frischer Erde aus dem Zuckerrohr Beet befüllt.
Um die Samenaufteilung hatte sich dann Helen gekümmert, die immer beim Jäten, Sähen und Ernten begutachtend dabei war.

Mit den Mädchen aus der 7. Klasse hatten wir nun schon seit ein paar Wochen angefangen, immer einen Abend die Woche, zum Sabasaba Sport Charity Center zu laufen und dort am Netball Training teilzunehmen, das jeden Abend dort statt fand. Die Haupttrainerin „Nice“ hatte die Mädchen sehr lieb aufgenommen und mit ihnen ganz von vorne angefangen. Ihnen alle Schritte gezeigt, wie man genau den Ball fängt und die besseren dann aber auch schon an kleineren Trainingsspielen teilhaben lassen.
Die Mädchen waren begeistert und man merkte, dass es auch sehr schön für sie war, einmal etwas außerhalb von Fone unternehmen zu dürfen, das nicht Schule war.

Bei Fone wurde auch mehr Aktivität angeboten. Ein befreundetes Pärchen von mir, was gerade durch Ostafrika reist, kam für ein paar Tage zu Besuch. Diese waren sehr motiviert für die Kinder etwas da zu lassen und bauten und planten innerhalb von knapp drei Tagen, planten eine tolle Schaukel. Das Holz holten sie zusammen mit Eddie vom Holzwerk, direkt beim Sabasaba Markt und beim Schleifen und anmalen halfen die meisten Kinder kräftig mit.
Da die Sitzfläche recht groß war, konnten immer gleich mehrere Kinder darauf Platz haben! Auch wurde das Schaukeln direkt geregelt und immer kräftig mitgezählt, wie oft Anschwung gegeben wurde und wann dementsprechend gewechselt wird. Glücklicherweise hängt die Schaukel zur einen Hälfte am Baum und ist so den gesamten Tag vor der Sonne geschützt und ein prima Platz für die heißen Mittagsstunden.

Bei uns oben im Volontärshaus hatte sich auch einiges getan. Alle Fonelisco Studenten waren nun endgültig wieder abgereist und bedingt der startenden Schulferien, nach und nach alle von Helens sechs Kindern nachhause gekommen. Die vier Jungs und zwei Mädchen mussten nun zwar im Haus mithelfen, zB morgens wenn die Milch vom Newland geliefert wurde, hatten sonst aber einigen Spaß zusammen und es gab fast keine ruhige Minute mehr

Ein anderes schönes Ereignis hatte ich morgens vor ein paar Tagen. Ich war gerade auf dem Weg zu Fone als mir plötzlich warnsinnig viele Kinder in der großen Wiese vor dem Fonelisco Grundstück auffielen. Alle schauten auf den Boden und schienen etwas zu suchen. Ein paar hatten auch Sträuche in den Händen und wedelten wild damit in der Luft herum. Als ich dann näher kam und Lydia fragte was gerade vor sich ging, zeigte sie mir eine kleine Plastik Flasche in ihrer Hand, in der schon mindestens 6 große Heuschrecken ähnliche Tiere gefangen waren. Jetzt sah ich sie auch, überall durch das Gras hüpfen. Hier werden sie Senene genannt und gerne zum Reis oder Ugali in Salz und Öl, dazu gebraten. Das war auch der Grund wieso alle Kinder wie wild und umher sprangen und die kleinen Viecher sammelten. Abends wie Mittags war ich auch beim Essen dabei jedoch traute mich nur einmal zu probieren. Ich sage es mal so: sie sind nicht meine Lieblingsspeise. Die großen Mädchen verrieten mir aber auch, dass sie es ebenfalls nicht mochten.
Die Kinder hatten jedoch ihren Spaß beim Fangen und späteren Braten.

In letzter Zeit haben wir außerdem auch unter uns freiwilligen, oft noch zusammen mit ein paar der Freiwilligen von der Sport Charity kleine Tages oder halbtages Ausflüge unternommen. Einer war zum Sukuma Museum wo wir noch ein wenig mehr über die ganzen Stämme und Sitten erfuhren und zudem noch traditionelle Hütten und Werkstätten besichtigen konnten.
Ein weiterer Ausflug ging mit dem Boot nachmittags hinaus auf den Viktoria See, wo wir dann die große Fischmarkthalle und ein paar der Fischer Felsen anschaute. Die ganze Tour wurde von einem ehemaligen Fone Kind geleitet.
Auch eine kleine Stadttour machten wir, um dann einmal alle Sehenswürdigkeiten besichtigt zu haben. Am lustigsten waren eigentlich immer die Mythen, die der Führer uns zu den Verschieden Stätten erzählte. Eine war absurder als die andere.
Einer meiner Lieblingsausflüge war jedoch der Besuch einer Montessori Schule und auch Ausbildungsschule, in der neue Lehrer und Lehrerinnen auf den Unterricht an der Montessori Schule vorbereitet werden. Hier gab es schöne Werkstätten und auch eine enorme Anlage zu besichtigen. Das ganze wurde geleitet von einer Schwester aus einem Franziskaner Orden in der Schweiz, die hier nun schon seit fast 50 Jahren, Schule, Kindergarten und Ausbildungsschule betreute. Sie führte uns auf dem Campus herum, der von tollen zu unserem Überraschen schon über 40 Jahre alten Steinhäusern, gespickt war. In den Werkstätten zeigte sie und wie die Mädchen und Jungen gerade ihre Spiel- und Unterrichtsstoff- Boxen herstellten. Alles war feinste Handarbeit.
Es war vor allem sehr interessant zu hören, was die Schwester uns darüber erzählte wie die Schule angenommen wurde, was sie zum Thema Schläge in der Schule zu sagen hatte und oft genau aus dem Grund, dass bei ihr nicht geschlagen wurde, Eltern ihre Schule ablehnten. Auch konnte sie von einem sehr interessanten Standpunkt von der Entwicklung, die Mwanza durchgemacht hat und sich erweitert ausgebaut und entwickelte hatte, erzählen.

Hallo zusammen,

heute melde ich, Sophia, mich wieder einmal. Leider war ich die letzte Woche ein bisschen länger krank. Zum Glück nur eine klassische Erkältung, die aber nicht weggehen wollte. Das passiert hier leider relativ schnell, da das Wetter von sehr heiß zu kühler wegen der Regenschauer unerwartet wechselt und wir uns an das „Immer-mitnehmen“ der Regenjacke noch gewöhnen müssen.

Dementsprechend hat Iben mehr Englischunterricht übernommen und ich konnte nur gegen Ende der Woche 2mal mit dem Pre-School Kindern gemeinsam Englisch üben. Die sechs Kinder, drei Jungs und drei Mädels, sind sehr engagiert und können manche Dinge wie die Zahlen schon relativ gut. Allerdings variiert die Aufmerksamkeit relativ stark, sodass wir meistens die Zahlen bis 10 und die Farben in kurzen Spielen viel wiederholen. Meist lässt die Konzentration nach so 30-40min nach, sodass wir dann Schluss machen. Diese Woche habe ich mein UNO-Spiel mitgebracht und mit Hilfe der Karten versucht den Unterricht spielerisch zu gestalten.

Iben hatte außerdem Geburtstag und wir besorgten einen großen Kuchen. Tradition ist es, dass das Geburtstagskind den Kuchen an alle verfüttert 🙂

Ansonsten war ein Highlight der Kinder mit Sicherheit der Besuch eines französischen Basketballclubs. Die elf jungen Erwachsenen besuchen derzeit die Sports Charity hier in Mwanza für zwei Wochen und kamen super vorbereitet mit allen möglichen Spielen für jede Altersgruppe. Das war wirklich toll. Der Gruppe hat es bei uns auch so gut gefallen, dass sie am Freitagnachmittag nochmal zum Spielen vorbei gekommen sind. Da die Gruppe letzten Samstag im neuen Sportzentrum der Sports Charity ein Basketballturnier veranstaltet hat, haben wir beschlossen mit den älteren Kindern dorthin zulaufen und mit anzufeuern. Die Kinder hatten außerdem dabei sehr viel Spaß selbst Fussball auf dem großen Fussballfeld dort zu spielen und Mädchenmannschaften beim Netball zuzuschauen.

Außerdem waren Iben und ich diese Woche öfters in der Stadt, um Besorgungen zu erledigen. Zum Beispiel trafen wir uns mit Stefano, dem Leiter von TUNAWEZA, einer Behindertenwerkstatt hier in Mwanza. Mit ihm suchten wir passende Stoffe für unsere bestellten Artikel aus. Ich habe ganz viele Weihnachtsgeschenke für meine Familie besorgt, wie Kissenbezüge, Mäppchen, Kochschürzen. Diese konnten wir ein paar Tage später dann auch bei ihm abholen. Dann haben wir uns auch noch mit einer Schneiderin getroffen, weil wir uns aus den tollen Stoffen auch einen Rock bzw. Kleider schneidern lassen wollen. Wir sind schon ganz gespannt, wie es aussehen wird.

Letztes Wochenende waren wir auch mit anderen Freiwilligen der Sports Charity bei einem Fussballspiel im Kirumba Stadion. Das war wirklich ein sehr witziges Erlebnis.

Hier läuft z.B. ein großer Vogel ganz gemütlich aufs Feld…

Es spielten die zweitbeste Mannschaft Tansanias, die YANGAS (Young Africans), gegen die ägyptische Mannschaft PYRAMIDS. Krass bzw. auch schon ein bisschen unangenehm wurde es als wir kurz vor Anpfiff uns einen Platz suchten und dadurch einmal über die halbe Tribüne gelaufen sind. Die Fanclubs der Mannschaften feierten unser Vorbeikommen so laut, dass wir am Anfang dachten, das Spiel wurde angepfiffen und schon ein Tor geschossen. Witzig fanden wir auch, dass der gefühlt größte Fanclub keiner der beiden spielenden Mannschaften anfeuerte, sondern die ganze Zeit „Simba Simba“ rief. Simba ist die beste tansanische Mannschaft vor den Yangas. Dieses Wochenende lassen wir es ein bisschen ruhiger angehen und kochen für Joseph, Helen und die Kinder Spaghetti Bolognese 🙂


Natasha kann das Essen gar nicht abwarten…

Viele Grüße,
Sophia

Woche 4:
Diese Woche war schon wieder etwas mehr los. Gleich zwei Abschlussfeiern fanden statt.
Die erste Feier war von drei Fonelisco Kindern, einem Mädchen und zwei Jungen, die alle, nächstes Jahr Fonelisco verlassen würden, um auf die High School zu gehen, die hier meistens ein Internat ist.
Wir hatten hierfür mit Eddie zusammen am Vortag für alle Staff Mitglieder Essen bestellt und einen Kuchen gebacken. Dies war ziemlich aufregend, da wir keinen Ofen hatten und dementsprechend erst einen großen Topf in einen kleinen Ofen umfunktionieren mussten. Helens Schwester Brightness, ist leidenschaftliche Bäckerin wie Köchin und war bereit uns dabei anzuleiten. Das Verzieren, mit blauer und pinker Buttercreme, übernahm dann am nächsten Morgen Sophia, da sie schon ein wenig Erfahrung darin hatte. Glücklicherweise reichte der Kuchen nicht nur für die Abschlussfeier Gäste sondern jedes Kind konnte am Abend noch an dem `den anderen ein Stückkuchen in den Mund stecken`-Ritual Teil haben. Auch hatten wir heute wieder dazugelernt, dass man auf afrikanischen Festen in Zukunft mindestens 5 Personen mehr, für das Essen berechnen sollte, da immer noch der ein oder andere Bekannte unangekündigt dazu stoßen würde.

Zu der zweiten Abschlussfeier wurden wir nur eingeladen, denn es handelte sich um die Feier von Stellas Sohn. Dieser war auf einer Privat Schule, ein wenig weiter von Ilemela entfernt. Wie auf jeder Abschlussfeier wurden auch hier von den jüngeren Schülern zum Abschied Kunststücke und Tänze vorgeführt, doch hier war ich besonders beeindruckt von der Kreativität und Abwechslung der Kinder. Einige spuckten Feuer, konnten tolle Akrobatik oder trugen besonders witzige Kostüme beim Tanzen.

Zur Zeit wohnen außerdem einige jetzt studierende Fonelisco Kinder, bei Jospeh im Haus, die hier ihre Semesterferien verbringen. Diese Woche war ihre letzte Woche und wir unternahmen mit ihnen noch einmal einige kleine Ausflüge u.a. zu den Dancing Rocks. Dadurch hatten wir leider diese Woche recht wenige Nachmittage mit den Kindern verbracht, sodass es außer des üblichen Pflaster verteilen, Malen, Spielen und abends Matheaufgaben in die Hefte der Jüngeren schreiben, um sie ein wenig zum denken zu bringen, nicht viele Aktivitäten gab. Paula hatte noch ein „Mensch ärgere dich nicht“ Feld gebastelt, was nun auch fast täglich herausgeholt wurde und mit Sodadeckeln bespielt wurde.
Die ehemaligen Standard 7 Kinder, die nun auch vormittags zuhause waren, verrichteten morgens immer ein wenig Gartenarbeit. Eins der Beete musste umgegraben und von Unkräutern befreit werden, da ein Gemüsebeet angelegt werden sollte, um selbst etwas zu den Mahlzeiten beizusteuern und nicht alles kaufen zu müssen.
Was mich auch sehr stolz machte war, dass ein paar Kinder sich meine Origami Falttechniken gemerkt hatten und nun öfter ihre gemalten Bilder anschließend zu kleinen Spielen verfalteten. Vor allem Abduli lief öfter herum und faltete für auch die kleineren Kinder mit.
Außerdem hatte unser wöchentlicher Sprachkurs bei Mama Salala schon ein wenig Erfolg gezeigt und immer öfter konnte ich mich nicht nur mit Händen und Füßen, mit den Kindern verständigen. Auch mit Aunti Rose, -Regina und Stella konnte ich schon kleine Gespräche über die vergangene Feier von Stellas Sohn oder waschen und die Kinder führen.

 

 

Woche 5:
Diese Woche hatte der Regen richtig eingesetzt. Fast täglich kam es jetzt zu unerwarteten Schauern und unsere Wetterberichte waren auch keine große Hilfe, diese vorherzusagen. Durch den vielen Regen hatten sich auch einige Fützen gebildet in denen ein paar kleine Kinder gerne herumplanschten und die Würmer darin mit ekel betrachteten. Die meisten bezeichneten sie als kleine Schlangen.
Auch schafften wir es endlich die Zahnbürsten, die Sophia für alle mitgebracht hatte, zu beschriften und an die Kinder zu verteilen. Ein paar Tage später, am Filmabend hielten wir noch eine kleine Ansprache mit Eddie zusammen, um die Wichtigkeit der Nutzung und auch die korrekte Benutzung zu erläutern. Damit sie nicht wie vorher oft irgendwo herum flogen oder geteilt würden.
Wir nutzten die Ansprache außerdem, um den Kindern zusätzlich einzuprägen, dass sie bei all dem Regen immer Schuhe tragen sollten, da sich in den Pfützen spitze Gegenstände befinden könnten und auch sehr dreckiges Wasser mit den Regenfluten in die Grundstück gespült werden könnte. Dies fand Eddie noch besonders wichtig.

So schön und abwechslungsreich alles in den letzten zwei Wochen auch war, hatte ich zwei absolute Lieblingsereignisse. Beide lagen in dieser 5. Woche.
Am Montag sind wir nach dem Mittagessen zusammen mit Eddie, Joseph und Pius von Allison, einem langsam vertrauten Taxifahrer, abgeholt worden und eine halbe Stunde am Viktoriasee Ufer entlang Richtung „Newland„ gefahren. Einem riesigen Wald-, Hügel-, Feld- und Seeufer Grundstück das Fonelisco gehört und was schon jetzt und auch in Zukunft weiter, genutzt wird, um Projekte zu beherbergen, welche das Waisenhaus mit selbsteingenommen Geld unterstützen können.

Als wir ankamen war die kleine Kuhherde direkt am Eingang wie zum Empfang aufgereiht. Eddie, Pius und Joseph zeigten uns das gesamte wunderschöne Gelände. Einmal an der fast fertigen Mauer entlang, die einen großen Teil des Grundstücks umgibt, kletterten wir um alles herum. Da diese sich auch über die Hügel erstreckt hatten wir einen tollen Blick über See und Grundstück. Zum Schluss endeten wir dann am See, der mir jedes mal wieder, wie ein Meer vorkommt. Für das Grundstück gibt es leider einen großen Nachteil, da es direkt neben dem Wohnplatz einer kleinen Nilpferdherde liegt. Diese können durch den einen Teil Mauer, der noch nicht aus Stein, sondern nur Stacheldraht ist und haben schon die angelegten Beete immer wieder zerwühlen und das Anpflanzen recht schwer machen. Eddie erklärte uns hier wer schon alles für die Mauer gespendet hatte und betonte wie wichtig sie sei.
Auch erzählte er uns von einem geplanten Fischzucht Projekt was in Zukunft auf dem Grundstück entstehen sollte.
Bevor es wieder nach Hause ging liefen noch ein wenig auf den Steinen herum und kamen dann zum Ziegenstall, aus dem auch die zwei Ziegen für das große Fest gekommen waren.

Mein zweites Highlight in der 5. Woche war der Englisch Unterricht mit dem Kindern die nächstes Schuljahr in die zweite und dritte Klasse kommen würden und auch den Presecondary Schulkindern. Alle waren warnsinnig motiviert. Die Kleineren saßen oft schon morgens in der Klasse und fragten uns, ob heute wieder Unterricht statt finden würde. Eddie half uns immer, da vor allem die Jüngeren noch recht wenig verstanden. Wir hatten diese Woche immer morgens entweder die Zahlen oder Buchstaben auf Englisch geübt. Die einen konnten oft schon schnell alle Zahlen erkennen und andere taten sich auch noch am Ende der Woche recht schwer. Doch im Unterricht half jeder jedem und auch wenn Eddie nicht da war versuchten die Kinder untereinander Aufgaben noch einmal besser auf Kisuhaili zu erklären.

Auch bei den Presecondary Kindern fingen wir mit dem Englisch an, was erst einmal Sophia übernahm und Konjugieren, einfache Begrüßungssätze und ähnliches übte, um einen besseren Eindruck zu bekommen, wie gut das Englisch der Kinder ist. Mal sehen was wir in den nächsten Wochen so alles beibringen und lernen können.

Hallo zusammen,

heute kommt ein kleiner Blogbeitrag von mir, Sophia. Ich bin nun seit ca. 3 Wochen vor Ort in Mwanza und sehr gut angekommen. Die „Arbeit“ mit den Kindern macht sehr viel Spaß und ich finde mich immer mehr im Alltag zurecht.

Den Blogbeitrag würde ich gerne nutzen, um von einem ganz besonderen Tag hier zu berichten: unserem Ausflug zu Saanane Island mit allen 59 Kids, dem ganzen Staff und natürlich uns drei Freiwilligen. Wir planten den Ausflug für Samstag, damit alle Kinder teilnehmen konnten und kauften im Vorhinein Snacks, also Wasser, Saft, Bananen und Kekse für alle, ein (Beim Kaufen der 80 Bananen haben wir gefühlt auch den ganzen Markt in Ilemelas Bananenleer gekauft). Mit der Küche hatten wir zuvor besprochen, dass wir schon sehr früh um 11 Uhr Mittag essen würden, damit wir uns dann um 12 Uhr mit drei Dala Dalas Richtung Hafen aufmachen konnten. Das funktionierte reibungslos und wir erreichten die Ablegestelle pünktlich. Leider funktionierte ab dann einiges nicht mehr: der Nationalpark wusste trotz vorherigem Bescheid geben nicht, dass wir mit knapp 80 Leuten kommen würden, sodass wir alle Namen + Alter + Geschlecht in einem etwas komplizierterem Prozess zu Papier bringen mussten. Das zweite sehr viel größere Problem war die Bezahlung. Wir gingen davon aus, dass wir einfach alles in Schilling bar zahlen konnten, was vorher auch gefragt und bestätigt wurde. Vor Ort ging aber dann doch auf einmal nur MasterCard oder Visa, die natürlich keine von uns eingesteckt hatte… Lange Rede, kurzer Sinn: nach unfassbar langen 2h konnten wir die Probleme nach laaangen Diskussionen endlich klären und konnten uns mit einem Boot auf den Weg zum kleinsten Nationalparks Tansanias begeben.

Saanane Island liegt mit dem Boot ca. 5 min von der Innenstadt Mwanzas entfernt und beherbergt freilaufende Tiere, wie Zebras, Gnus, Affen und Schlangen, aber auch in Gehegen gehaltene Tiere, wie Löwen und Pfaue. Auf der Insel wurden wir dann in drei 30er Gruppen über das Gelände geführt und die Aussicht war größtenteils grandios!

Für die Kids war also nicht nur die Bootsfahrt, sondern auch das Sehen der Tiere, das Spielen auf einem Spielplatz und die Aussichtsplattform „Jumping Rock“ ein absolutes Highlight. Natürlich blieben wir aber auch nicht von einem kurzen, aber heftigen Regenschauer verschont.

Gegen 18 Uhr machten wir uns dann wieder mit dem Boot auf den Weg zum Festland (ein weiteres Highlight war ein Krokodil am Ufer in Mwanza) und fuhren mit den Dala Dalas Richtung Ilemela. Im Dala Dala herrschte natürlich sehr lockere Stimmung, besonders als der Fahrer die richtigen Lieder spielte :P.


Hallo, wir sind Sophia und Iben aus Marburg und Hamburg . Wir werden nun die nächsten 2 und 4 Monate bei FONELISCO e.V. in Mwanza verbringen. Abwechselnd werden wir in den folgenden Wochen von unseren Erlebnissen berichten.

Jetzt ist es schon gut zwei Wochen her, dass ich von Joseph sehr herzlich am Flughafen empfangen wurde. Seit dem war so viel los, dass ich es nicht geschafft habe etwas zu schreiben. Insgesamt war es eine besondere Zeit. Nicht nur für mich, da es mein erstes Mal in Tansania ist, sondern auch für die Kinder hier, da einiges passiert ist. Es kamen öfter Gäste, die Spiele veranstalteten und Süßigkeiten mitbrachten. Außerdem baten sich einige Gründe zum feiern und es fanden dementsprechend Festlichkeiten statt.

Woche 1:
Die ersten Tage verbrachte ich vor allem damit, mich zurecht zu finden. Wo finde ich im Office alles für die Kinder und was kann ich ihnen raus geben .
Mit Rose verbrachte ich einen Vormittag beim Wäsche waschen für die Kinder und an einem anderen Tag half ich ein wenig in der Küche. Wunden wurden mit Pflastern verpflegt und Kleider und Schuhe wieder geklebt oder genäht.

Auch gab es einen großen Event, die Abschlussfeier der Siebtklässler, welche nun auf die `secondary school` gehen dürfen. Dafür hatte Paula schon ein paar kleine Geschenke besorgt über die sich die fünf Mädchen und zwei Jungen sehr freuten.
Am Morgen der Feier wollten wir uns um 11 Uhr beim Waisenhaus mit Eddie und noch ein paar anderen treffen um dann gemeinsam zur nicht weitentfernten Grundschule zu laufen. Eigentlich sollte die Feier in der Schule schon um 10 starten, doch Eddie hatte uns im Voraus gesagt, dass wir vor 11 nicht zu erscheinen brauchten. Auch als wir dann um 11:30 erschienen waren wir noch die ersten Gäste. Die entspannte Zeit hier in Tansania ist etwas, an das ich mich wirklich noch gewöhnen muss.
Es gab einen DJ und alle Kinder tanzten ausgelassen, bis die Zeremonie begann. Einige Klassen hatten Lieder oder Tänze vorbereitet, die sie dann den Siebtklässlern und der Schulleiterin vortanzten. Nach dem die Zeugnisse ausgeteilt worden sind, hatten die Intern Students, die auch mit gekommen waren, eine riesige Torte dabei von der jedes Kind etwas abbekommen wollte. Weiter ging es dann mit Geschenken von dem restlichen Staff bzw. Fonelisco selber. Es waren neue Kleider und Schuhe besorgt worden, welche direkt für darauffolgende Party angezogen werden konnten.

Da nun die Siebtklässler auch keine Schule mehr hatten war es morgens schon recht voll bei Fone. Morgens malten wir nun öfter Wasserfarben oder machten andere kleine Projekte, wie zB der Bau einer Schaukel. Es war schön zu beobachten wie manche Kinder sehr geduldig für die gesamte Zeit ein Bild malten und andere schon nach ein paar Minuten mit einem halb angemalten Bild angelaufen kamen und ein neues Blatt wollten. Meistens versuchte ich ihnen mit meinen noch wenigen Kisuaheli Vokabeln verständlich zu machen, dass sie doch noch den Rest des Bildes bemalen sollten.

Woche 2:
Diese Woche begannen Sophia und ich unseren Sprachkurs bei Mama Salala. Da dieser immer nachmittags statt fand, bekamen wir leider immer nur etwas von den jüngeren Kindern mit. Außerdem wurde diese Woche viel für die darauffolgenden Wochenendausflüge und Parties geplant, daher waren auch die Vormittage mit Meetings gefüllt.

Am Mittwoch jedoch war wieder einmal Filmabend, der vor einiger Zeit eingeführt wurde und wir aßen bei den Kinder. Es gab Ugali mit Bohnen. Alle zusammen saßen wir dann vor dem Fernsehen und ich versuchte kläglich mein Essen ohne Gabel oder Löffel halbwegs ordentlich in meinen Mund zu bekommen. Zum Glück gab es Ugali, eine Mehl-Wasser Paste welche vor allem sättigte und mit Beilagen gut schmeckte und vor allem einfacher zu essen war als zB Reis.
Was mir außerdem noch auffiel war dass alle Kinder sehr gut aufeinander aufpassten und sich gegenseitig halfen, aber auch sehr gut auf die älteren, welche die Essensausgabe regelten, hörten.

Die meisten Gründe zum Feiern ballten sich dann am Samstag: die intern Students würden bald gehen, die Siebtklässer hatten ihre Graduation, die Secondary School Graduates sollten auch schon gefeiert werden und wir durften die Feier auch unsere Willkommensfeier nennen. Der Grund, wieso aus dem ganzen aber ein riesen Event mit Kamerateam wurde, war die erstmalige Krankenversicherung für alle Fonelisco Kinder. Um für andere Organisationen als gutes Beispiel voran zu gehen, sollte alles berichtet und ausgestrahlt werden. Dementsprechend waren auch einige offizielle Leute aus Ilemala geladen worden, um ein paar Worte vor der Kamera zu dem Thema zu sagen.

Es wurden zwei Ziegen vom Newland geholt, welche Pius und Elias schlachteten und von morgens an halfen wir alle mit Pilao, einen Gewürzreis, Krautsalat und andere Köstlichkeiten zu kochen.

Es lief eigentlich alles wie geschmiert, die Schlangentänzer hatten ihren Auftritt, alle kamen einmal zu Wort. Doch leider ist zu dieser Jahreszeit das Wetter so unberechenbar, dass wegen einem gewaltigen Regenschauer alles nach hinten verschoben werden musste und so nur einer der vorbereiteten Auftritte der Kinder noch bei Tageslicht geschehen konnte.

Es war ein toller Tag, beendet mit einem kleinen Beisammensein des gesamten Staffs im Parkland.
Außerdem ist mir an dem Tag nochmal bewusst geworden, dass eine Krankenversicherung nichts ist an das ich sonst besonders denke, da es für mich so eine Selbstverständlichkeit darstellt. Gerade an dem Tag ist mir dadurch aber auch aufgefallen was es heißt diesen Luxus nicht zu haben und wie toll es ist und was es für ein unglaublicher Schritt es für die Fonelisco Kinder ist, auch eine Krankenversicherung zu bekommen.