Hallo zusammen,

heute melde ich, Sophia, mich wieder einmal. Leider war ich die letzte Woche ein bisschen länger krank. Zum Glück nur eine klassische Erkältung, die aber nicht weggehen wollte. Das passiert hier leider relativ schnell, da das Wetter von sehr heiß zu kühler wegen der Regenschauer unerwartet wechselt und wir uns an das „Immer-mitnehmen“ der Regenjacke noch gewöhnen müssen.

Dementsprechend hat Iben mehr Englischunterricht übernommen und ich konnte nur gegen Ende der Woche 2mal mit dem Pre-School Kindern gemeinsam Englisch üben. Die sechs Kinder, drei Jungs und drei Mädels, sind sehr engagiert und können manche Dinge wie die Zahlen schon relativ gut. Allerdings variiert die Aufmerksamkeit relativ stark, sodass wir meistens die Zahlen bis 10 und die Farben in kurzen Spielen viel wiederholen. Meist lässt die Konzentration nach so 30-40min nach, sodass wir dann Schluss machen. Diese Woche habe ich mein UNO-Spiel mitgebracht und mit Hilfe der Karten versucht den Unterricht spielerisch zu gestalten.

Iben hatte außerdem Geburtstag und wir besorgten einen großen Kuchen. Tradition ist es, dass das Geburtstagskind den Kuchen an alle verfüttert 🙂

Ansonsten war ein Highlight der Kinder mit Sicherheit der Besuch eines französischen Basketballclubs. Die elf jungen Erwachsenen besuchen derzeit die Sports Charity hier in Mwanza für zwei Wochen und kamen super vorbereitet mit allen möglichen Spielen für jede Altersgruppe. Das war wirklich toll. Der Gruppe hat es bei uns auch so gut gefallen, dass sie am Freitagnachmittag nochmal zum Spielen vorbei gekommen sind. Da die Gruppe letzten Samstag im neuen Sportzentrum der Sports Charity ein Basketballturnier veranstaltet hat, haben wir beschlossen mit den älteren Kindern dorthin zulaufen und mit anzufeuern. Die Kinder hatten außerdem dabei sehr viel Spaß selbst Fussball auf dem großen Fussballfeld dort zu spielen und Mädchenmannschaften beim Netball zuzuschauen.

Außerdem waren Iben und ich diese Woche öfters in der Stadt, um Besorgungen zu erledigen. Zum Beispiel trafen wir uns mit Stefano, dem Leiter von TUNAWEZA, einer Behindertenwerkstatt hier in Mwanza. Mit ihm suchten wir passende Stoffe für unsere bestellten Artikel aus. Ich habe ganz viele Weihnachtsgeschenke für meine Familie besorgt, wie Kissenbezüge, Mäppchen, Kochschürzen. Diese konnten wir ein paar Tage später dann auch bei ihm abholen. Dann haben wir uns auch noch mit einer Schneiderin getroffen, weil wir uns aus den tollen Stoffen auch einen Rock bzw. Kleider schneidern lassen wollen. Wir sind schon ganz gespannt, wie es aussehen wird.

Letztes Wochenende waren wir auch mit anderen Freiwilligen der Sports Charity bei einem Fussballspiel im Kirumba Stadion. Das war wirklich ein sehr witziges Erlebnis.

Hier läuft z.B. ein großer Vogel ganz gemütlich aufs Feld…

Es spielten die zweitbeste Mannschaft Tansanias, die YANGAS (Young Africans), gegen die ägyptische Mannschaft PYRAMIDS. Krass bzw. auch schon ein bisschen unangenehm wurde es als wir kurz vor Anpfiff uns einen Platz suchten und dadurch einmal über die halbe Tribüne gelaufen sind. Die Fanclubs der Mannschaften feierten unser Vorbeikommen so laut, dass wir am Anfang dachten, das Spiel wurde angepfiffen und schon ein Tor geschossen. Witzig fanden wir auch, dass der gefühlt größte Fanclub keiner der beiden spielenden Mannschaften anfeuerte, sondern die ganze Zeit „Simba Simba“ rief. Simba ist die beste tansanische Mannschaft vor den Yangas. Dieses Wochenende lassen wir es ein bisschen ruhiger angehen und kochen für Joseph, Helen und die Kinder Spaghetti Bolognese 🙂


Natasha kann das Essen gar nicht abwarten…

Viele Grüße,
Sophia

Hallo zusammen,

heute kommt ein kleiner Blogbeitrag von mir, Sophia. Ich bin nun seit ca. 3 Wochen vor Ort in Mwanza und sehr gut angekommen. Die „Arbeit“ mit den Kindern macht sehr viel Spaß und ich finde mich immer mehr im Alltag zurecht.

Den Blogbeitrag würde ich gerne nutzen, um von einem ganz besonderen Tag hier zu berichten: unserem Ausflug zu Saanane Island mit allen 59 Kids, dem ganzen Staff und natürlich uns drei Freiwilligen. Wir planten den Ausflug für Samstag, damit alle Kinder teilnehmen konnten und kauften im Vorhinein Snacks, also Wasser, Saft, Bananen und Kekse für alle, ein (Beim Kaufen der 80 Bananen haben wir gefühlt auch den ganzen Markt in Ilemelas Bananenleer gekauft). Mit der Küche hatten wir zuvor besprochen, dass wir schon sehr früh um 11 Uhr Mittag essen würden, damit wir uns dann um 12 Uhr mit drei Dala Dalas Richtung Hafen aufmachen konnten. Das funktionierte reibungslos und wir erreichten die Ablegestelle pünktlich. Leider funktionierte ab dann einiges nicht mehr: der Nationalpark wusste trotz vorherigem Bescheid geben nicht, dass wir mit knapp 80 Leuten kommen würden, sodass wir alle Namen + Alter + Geschlecht in einem etwas komplizierterem Prozess zu Papier bringen mussten. Das zweite sehr viel größere Problem war die Bezahlung. Wir gingen davon aus, dass wir einfach alles in Schilling bar zahlen konnten, was vorher auch gefragt und bestätigt wurde. Vor Ort ging aber dann doch auf einmal nur MasterCard oder Visa, die natürlich keine von uns eingesteckt hatte… Lange Rede, kurzer Sinn: nach unfassbar langen 2h konnten wir die Probleme nach laaangen Diskussionen endlich klären und konnten uns mit einem Boot auf den Weg zum kleinsten Nationalparks Tansanias begeben.

Saanane Island liegt mit dem Boot ca. 5 min von der Innenstadt Mwanzas entfernt und beherbergt freilaufende Tiere, wie Zebras, Gnus, Affen und Schlangen, aber auch in Gehegen gehaltene Tiere, wie Löwen und Pfaue. Auf der Insel wurden wir dann in drei 30er Gruppen über das Gelände geführt und die Aussicht war größtenteils grandios!

Für die Kids war also nicht nur die Bootsfahrt, sondern auch das Sehen der Tiere, das Spielen auf einem Spielplatz und die Aussichtsplattform „Jumping Rock“ ein absolutes Highlight. Natürlich blieben wir aber auch nicht von einem kurzen, aber heftigen Regenschauer verschont.

Gegen 18 Uhr machten wir uns dann wieder mit dem Boot auf den Weg zum Festland (ein weiteres Highlight war ein Krokodil am Ufer in Mwanza) und fuhren mit den Dala Dalas Richtung Ilemela. Im Dala Dala herrschte natürlich sehr lockere Stimmung, besonders als der Fahrer die richtigen Lieder spielte :P.