Eine großzügige Spende erreichte Fonelisco e.V. von Wolfgang Stellmach, der seit 2014 als Soldat beim Supreme Headquarter Allied Powers Europe (SHAPE) in Mons/Belgien in der NATO arbeitet. Wolfgang Stellmach war 2015 in MWANZA als er seinen Sohn Lukas besuchte, der für ein halbes Jahr in MWANZA für ein Sozialprojekt arbeitete. Dabei lernte er Joseph und FONELISCO kennen und war so begeistert, dass er Fonelisco e.V. seit 2016 finanziell unterstützt. Sein Ziel ist es auch, FONELISCO in seinem Umfeld bekannt zu machen, um andere zu Spenden zu motivieren. Umso erfreuter war er, als die Frau eines seiner deutschen Kameraden Frau Manja Selge-Karth auf ihn zukam und ihm sagte, dass sie mit einer Aktion Fonelisco e.V. unterstützen wollte. Auf die Idee war sie gebracht worden durch die Ehefrau eines zivilen Mitarbeiters in SHAPE, Frau Caroline Gosepath, die von FONELISCO gehört hatte.
Jedes Jahr richtet die deutsche Unteroffizierkameradschaft für die 29 Nationen in SHAPE ein großes Oktoberfest aus, das Highlight aller gesellschaftlicher Feiern in SHAPE vor allen Dingen für die ausländischen Kameraden. Freitag und Samstag Abend findet eine große Party im eigens dafür aufgestellten Festzelt statt, Samstag Nachmittag dann ein Familiennachmittag mit vielen Aktionen für Kinder. Eine dieser Aktionen ist das „Kinderschminken“. Gegen eine Spende von 5 € für Fonelisco e.V. konnten sich die Kinder in einem Katalog eine Vorlage/ein Motiv aussuchen und sich durch die „Schminkprofis“ dieses aufmalen lassen. Organisiert von Manja Selge-Karth schminkten die Ehefrauen einiger Soldaten, die in SHAPE stationiert sind: Doris Klaas, Birgit Pump, Jennifer Nieves, Katharina Raichle, Theresia Gau, Manja Selge-Karth und Dirk Matthes (s. Bild). Dazu kam Jana Mai, sie war als Gast da und hat spontan mitgemacht. Dirk Matthes hatte etwas Besonderes parat, denn er malte Tattoos auf. Der Andrang war riesig, das Schminkteam im Dauerstress und so standen am Ende 585,- €uro für Fonelisco e.V. zu Buche. Wolfgang Stellmach hatte noch ein Plakat und Flyer gemacht, um Fonelisco e.V. bekannt zu machen, vielleicht fühlt sich ja der ein oder andere angesprochen, im Anschluss an das Kinderschminken sich für Fonelisco e.V. zu engagieren.
Am 03. Oktober übergab Manja Selge-Karth mit einem Teil ihres Schminkteams die 585 €uro an Wolfgang Stellmach; durch zwei weitere großzügige Spenden wurde das Ergebnis auf 1000 € aufgestockt und an Fonelisco e.V. überwiesen. Der Dank geht an das Schminkteam der deutschen Gemeinschaft in SHAPE, nach 2018 die zweite Spende, die uns aus BELGIEN erreicht hat. Damals hatte der deutsche militärische Repräsentant in SHAPE anlässlich seines barbecues bei seinen internationalen Gästen für Fonelisco e.V. gesammelt.

Wir, der Fonelisco e.V. haben uns ungemein über diese schöne Spendenaktion gefreut, über das große Interesse und die viele Freude und der große Erflog, die damit verbunden waren.

1/3 der Miete ist finanziert, unterstütze Fonelisco hier

Eine der letzten Geschichten erzählt uns Luise, die Volontärin und jetzt Mitarbeiterin bei Fonelisco e.V. ist:

Nach meinem Abitur verbrachte ich 173 Tage bei Fonelisco.
An jedem einzelnen dieser Tage schrieb ich in mein Tagebuch.
Nun ist es mehr als 3 Jahre her, dass ich wieder zurück in Deutschland bin und ich habe kein einziges Mal einen Blick hinein geworfen.
Für unserer Geschichten-Aktion habe ich es nun doch wieder einmal gewagt und dabei viele gemischte Gefühle verspührt.

Tag 1:
Ziemlich anstrengend und hart! Mir war klar, dass alles anders aussieht und einfach alles anders ist. Das dann aber hautnah zu erleben war krass.
Im Flugzeug war noch alles schön: Sonnenaufgang über Nairobi!
In Mwanza angekommen hatte ich es langsam realisiert: ich bin in Tansania, alles und alle sehen hier anders aus!
Mein Voluntärshaus ist schön, groß aber auch anders als bei uns. Anders ist wohl das Wort das alles beschreibt. Das Essen schmeckt mir nicht so.

Tag 173:
Kiki und ich machen noch einmal das letzte Mal den Vorschulunterricht, ich nehme alles ein letztes Mal ganz bewusst wahr, die Gesichter, die Umgebung, die Geräusche.
Dann ab an den Strand. Alle Kinder und fast alle Mitarbeiter waren da!
Wir haben jetzt ganz viele Fotos mit allen Mitarbeitern. Mama Esta hatte ein so tolles Kleid an, alle haben sich extra schick gemacht! Joseph hat die ganze Zeit mit den Kindern Fußball gespielt.
Das war so schön, ein richtiger Gemeinschaftsausflug.
Nach dem gemeinsamen Heimweg haben wir uns dann verabschiedet. Hände geschüttelt und uns umarmt. Wie sehr ich diese Situation gehasst habe.
Daheim gab’s dann ein letztes Mal Reis mit Bohnen, hat heute besonders lecker geschmeckt!

Die Zeit bei Fonelisco hat meine Sicht auf die Welt verändert und so soll Fonelisco es auch weiterhin tun! Deswegen bin ich dabei und unterstütze Fonelisco!

TANZEN – GEMEINSCHAFT – LACHEN – ZUSAMMENHALT

Diese vier Begriffe zeichnen Fonelisco aus und genau diese Dinge wollten wir zwei Freundinnen, Anja und Franzi näher kennenlernen. Wir beide haben nach dem Abitur 2015 für 4 Monate das Waisenhaus besucht, kennen und lieben gelernt. Diese Zeit war eine unvergessliche und prägende Zeit, die uns für immer in Erinnerung bleiben wird.
Eines der schönsten Erlebnisse war Weihnachten mit den Kindern zu feiern und die Feiertage mit ihnen zu verbringen. Die Vorbereitungen für das Weihnachtsfest haben somit begonnen, dass wir eine Ziege mit Joseph an einem Ziegenmarkt gekauft haben. Das ist bei Fonelisco das traditionelle Weihnachtsessen, das sie oft als Spende geschenkt bekommen.

Anschließend haben wir bei den Zubereitungen des Weihnachtsessen geholfen und das Fest konnte somit beginnen. Für uns beide war es im ersten Moment ungewöhnlich dieses Fest nicht mit unserer Familie zu feiern. Doch die Kinder und Mitarbeiter haben uns von Anfang an das Gefühl gegeben, eine Familie zu sein. Somit haben wir dieses Weihnachtsfest mit unserer tansanischen Familie gefeiert. Wir tanzten, lachten, haben Spiele gespielt und abschließend haben wir das Christkind verkörpert ;).

Dieses Weihnachten war anders, aber etwas ganz Besonderes, das uns zeigte, dass es ein Fest der Liebe und der Geborgenheit ist.
„Fone“ bleibt uns immer im Herzen und denken an die unvergesslichen und schönen Momente mit den Kindern und Mitarbeitern, zurück.

Noch sind erst 16% der bald anfallenden Miete finanziert. Wir brauchen eure Unterstützung! Spenden geht ganz einfach über betterplace .

Beim Abendessen im Waisenhaus

Vor drei Jahren besuchten mein Mann, meine große Tochter und ich das Waisenhaus von Fonelisco in Mwanza. Luise, meine jüngere Tochter, verbachte dort ein halbes Jahr um dort zu arbeiten und Erfahrungen zu sammeln. Ich war ziemlich aufgeregt als wir gleich zu Beginn unseres Besuches zu einem Essen im Waisenhaus eingeladen wurden. Ein für mich fremdes Land und dazu noch Kinder, die mich nicht kannten und von denen ich nicht wusste, wie sie auf mich reagieren würden. Und Kiswuaheli, die Landessprache, konnte auch keiner von uns.

Vor dem Essen spielten die Kinder Fußball, wie alle Kinder dieser Welt, ausgelassen und mit großer Freude. Es wurde viel gelacht. Dann wurde es langsam dunkel und in der kleinen Kochhütte bruzzelten schon der Reis und die Bohnen auf dem Feuer. Ein bescheidenes Mahl, aber mehr war nicht drin bei so einer großen Kinderschar und der knappen Kasse im Heim. Die Köchin Theodora rührte mit ihrem großen Kochlöffel emsig in dem großen Topf und die Kinder schielten immer wieder in diese Richtung.

Als wir uns mit unseren Tellern in der Hand locker anstellten, gesellte sich ein etwa 3 jähriges kleines Mädchen zu mir. Dunkle Locken, ein rotes abgetragenes Kleidchen, keine Schuhe an den Füßen. Wir ließen uns einen dicken Löffel des Abendessens von der Köchin aufladen. Ich wollte gerade einen Sitzplatz suche, da schob sich die kleine Hand des Kindes in meine und führe mich zu einem Mäuerchen, auf dem schon andere Kinder saßen. Von dieser freundschaftlichen und gleichzeitig fürsorglichen Geste mir, dem fremden Gast gegenüber, war ich tief gerührt und sie ist mir bis heute unvergesslich. Man kann auch vor einem kleinen Kind großen Respekt haben.

Ich beobachtete sie also die ganze Zeit mit großer Neugier Ganz konzentriert leerte sie ihren Teller, jedes Reiskorn wurde mit Bedacht gekaut und auch der letzte Krümel verschwand blitzschnell im Mund der Kleinen. „Aha“, dachte ich „Essen ist hier eine ernste Sache“. Achtsamkeit, ein Begriff den wir in Europa ja gerade für uns wiederentdeckt haben, hat am Reistopf von Fonelisco einen ganz besonderen Wert. Wie auch nicht, wenn das Essen nie üppig ist und jedes Kind froh ist, jeden Tag etwas zu Essen zu bekommen (was für Straßenkinder, das die Kinder bei Fonelisco ja oft in ihrem Vorleben waren, nicht selbstverständlich ist). Meinen Teller habe ich ihr dann auch noch angeboten und jetzt weiß ich sicher, was ein Riesenappetit ist.

Nach dem Essen ließen uns die Kinder noch an ihrem Spiel teilnehmen. Rumtollen und Fangen Spielen waren angesagt. Und ich durfte das kleine Mädchen Eunice durch die Luft wirbeln. Beim Spiel war der ganze Ernst von vorher verflogen und wir hatten noch großen Spaß zusammen. Spielen ist eben auch hier eine lustige Sache, genau wie bei unseren Kindern.

Silvia Kratzer