Begrüßung bei Fonelisco

Am Abend unseres ersten Tages gehen Luise und ich zusammen mit Jospeh, zwar relativ entkräftigt vom langen Flug aber gespannt, runter zu den Kindern im Kinderheim. Dort zeigt uns Joseph die ganze Anlage. Als wir die Besichtigung abgeschlossen haben, ruft Joseph die Kinder zusammen und führt uns in das größere Klassenzimmer, in dem ein Stuhlkreis aufgebaut ist und schon zahlreiche Kinder auf den Stühlen und auf dem Boden sitzen. Er bedeutet uns, uns auf zwei Stühle zu setzen. Als alle ruhig sind, fängt er an eine Ansprache auf Kisuaheli zu führen. Joseph übersetzt uns kurz seine Rede auf Englisch und heißt uns so willkommen und betont die Anstrengungen, die wir auf uns genommen hätten, auch von finanzieller Seite aus. Dann sollen wir uns kurz vorstellen, auf Englisch, mit Joseph, der alles auf Swahili übersetzt. Schon während Josephs Ansprache ist die kleine Tochter der Köchin immer wieder zu mir rübergelaufen und wollte auf meinen Schoß, sodass ich mich mit ihr auf dem Arm vorstelle. Danach beginnt der beste Teil, der gesamten Begrüßung. Joseph fordert die Kinder auf, sich uns gegenüber aufzustellen. Und er sowie ein paar ältere Jungs als Vorsänger fangen an ein Lied zu singen und dabei zu tanzen in dem sie immer wieder vor und zurück gehen. Immer mehr Kinder steigen ein und es wird immer lauter. Es folgen weitere Lieder, die, wie Joseph uns später übersetzt, davon handeln, dass sie uns willkommen heißen, Fonelisco preisen und Gott danken. Mit jedem Lied wird die Stimmung ausgelassener und mit der Zeit kommen auch die letzten Kinder von draußen so wie die Angestellten hinzu. Die Hausmutter, die uns schon vorher sehr herzlich begrüßt hat, fängt an laut mit der Zunge zu trillern. Schließlich wird auch Luise von der Stimmung mitgerissen und auch ich stehe zögerlich auf und wir fangen an mitzutanzen. Das freut die Kinder, sodass der Tanz immer wilder wird und die Lieder immer länger wiederholt werden.
Im Nachhinein kann ich gar nicht sagen, wie lange das gedauert hat. Aber als es zu Ende ging, war die Lautstärke so hoch das Ich fast Kopfschmerzen bekommen habe, diese aber in der Atmosphäre gar nicht richtig wahrgenommen habe und mich einfach gefreut habe hier zu sein. Als alle aus dem Klassenzimmer strömen, werden wir von zahlreichen Kindern begrüßt und wir schütteln viele Hände. Inzwischen ist es auch schon dunkel geworden, sodass wir uns bald auf den Rückweg machen, immer noch getragen von den Liedern.