7. DEZEMBER

kenya

Wir verlassen für einen Moment Tansania und überqueren die Grenze nach Kenya, einer der Schauplätze des Films „Der ewige Gärtner“ der auf dem gleichnamigen Buch von John le Carré basiert. Der Roman beschäftigt sich mit dem Outsourcing von Medikamentenversuchen in Entwicklungsländern wie Indien, China, Thailand, Osteuropa, Lateinamerika und vor allem Afrika. Ca. die Hälfte aller Medikamententests von bisher noch nicht zugelassenen Medikamenten wird in diesen Ländern durchgeführt.
Das Outsourcing bringt den Pharmakonzernen viele Vorteile: zum einen ist die Durchführung und die medizinische Überwachung von derartigen Versuchen kostengünstiger als in Industrieländern (in den USA liegen die Kosten bei 30.000$ pro Patient, in einem Entwicklungsland sind es nur 3.000$), sie sind schneller durchzuführen und es finden sich mehr freiwillige Testpersonen. Darüber hinaus nehmen Patienten in Industrieländern so viele Medikamente ein, dass sie als Testpersonen für ein neues Präparat meist ungeeignet sind und keine guten Ergebnisse liefern.
Warum sind diese Medikamentenversuche in Entwicklungsländern so problematisch? Die meisten der Versuche werden illegal durchgeführt, es fehlt oft die Zustimmung der Patienten oder sie werden nicht ausreichend über die Risiken aufgeklärt. Desweiteren kommt es oft zu Zwischenfällen durch nicht sorgfältige Durchführung, Menschen sterben oder erleiden größere gesundheitliche Schäden. Dies rechtfertigt man hinter vorgehaltener Hand oft durch die Behauptung, dass diese Leute dort sowieso sterben würden. Probleme stellen sich auch angesichts der hohen Korruption in besagten Ländern, die lokalen Politiker haben oft kein großes Interesse an Transparenz und Regulierung der Versuche und entscheiden bei Genehmigungen nur nach wirtschaftlichen Interessen.
Ein Beispiel: 1996 testete Pfizer in Nigeria ein neues Antibiotikum mit dem Namen Trovan. Pfizer holte die Genehmigung von der Militärregierung ein, die berüchtigt war für Korruption und Menschenrechtsverletzungen. Unter den Testpersonen befanden sich auch 200 Kinder, von denen die Hälfte mit Trovan, die andere Hälfte mit einem üblichen Standard-Antibiotikum behandelt wurde. 11 der Kinder kamen dabei ums Leben, viele erlitten Hirnschäden und wurden blind oder taub. Die Angehörigen machen Pfizer und das Medikament dafür verantwortlich und behaupteten darüber hinaus, nie zu der Behandlung zugestimmt zu haben, das Unternehmen erwiderte jedoch, dass es sich um Folgen der Erkrankung handelte und sehr wohl eine mündliche Einverständnis eingeholt wurde. Heutzutage ist Trovan in den USA nur in Notfällen erlaubt, in der EU ist es ganz verboten.
Interesse geweckt? Hier geht’s zum Trailer und zur BUKO Pharma-Kampagne, die weltweit Missstände in der Arzneimittelpolitik aufdeckt:

http://www.bukopharma.de/index.php?page=themen

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Unser Spendenposten des Tages: Kochzutaten für einen Monat – 120€
Natürlich kann Essen nicht nur aus purem Ugali oder Reis bestehen, ein wenig Würze muss schließlich auch sein. In unserem heutigen Posten haben wir viele kleinere Dinge zusammengefasst, die für das Kochen Monat für Monat verbraucht werden. Dazu gehören natürlich Gewürze wie Salz und Pfeffer, aber auch Zwiebeln und die Karanga, Erdnüsse, die oft in gemahlener Form dem Essen beigemischt werden. Ebenfalls gedeckt wird von diesem Posten der Kauf von Öl: In Tansania wird oft sehr fettig gegessen und so wird Öl viel verwendet. So häufen sich diese kleinen Dinge und am Ende kommt doch eine nicht unerhebliche Summe pro Monat zusammen, die es zu bezahlen gilt.

https://www.betterplace.org/de/projects/50615