30.5- 03.06.2017 Schulbegleitung in Uganda

Am Dienstag sind wir (Pius, Paul, Sibylle, Juliane, die zwei Jungs und ich) ca. 14 h mit dem Bus von Mwanza nach Kampala gefahren. Die Fahrt war anstrengend lang! Es war aber zum Glück ein bequemer Reisebus und wir konnten nette tansanische Musik hören. Das Fernsehprogramm, hat mich hingegen eher abgestoßen, vielleicht auch da ich nicht viel verstanden habe? Ein Passagier hat seinen Laptop verloren und es wurden unsere Taschen kontrolliert, das hat kurzzeitig für Unruhe gesorgt.
Wir sind ungefähr um 20:30 am Busbahnhof angekommen. Von da aus dann nochmal ca 1h mit dem Dalla Dalla zum Hotel gefahren.
Im Hotel wurden wir sehr freundlich empfangen und die Gastwirtin hatte ein gutes Abendessen vorbereitet.
31.5.2017
Wir besichtigten einige Zweigstellen der NGO „Come let’sdance“, die auch Träger der Schule unserer Jungs ist.
Sie haben 5 Schritte, die ihnen wichtig sind. Dazu gehört:
– Essen
– Gesundheit (Haben ihr eigenes Gesundheitszentrum, wo alle sich ziemlich günstig oder gar kostenlos behandeln lassen können)
– Sicheres Wohnen
– Bildung (haben Primary, Secondary und High Shool; hochqulifizierte Lehrer und laden auch Lehrer aus der ganzen Welt ein für Vorträge, Austausch etc))
– Nachhaltigeit z.B. durch Landwirtschaft, Weiterbildung)
Offiziell gibt es die NGO seit 10 Jahren
Sie haben eine Mitarbeiterhierarchie, arbeiten aber eher nach einer flachen Hierarchie, da jeder jeden erreichen können soll und um schneller voranzukommen auch eigenständig arbeitet und entscheiden können soll.
Zuerst konnten wir die Primary, Secondary und High Shool besuchen. Dort haben die Direktorinnen uns etwas über ihre Arbeit erzählt und standen für Fragen bereit. Im Anschluss haben wir die Klassen uns das Gelände angeschaut.
Die Primary Shool ist z.B. privat (wie alle Schulen) und sie verlangen Schulgeld, aber sie haben auch über 100 Plätze für die s.g. vulnerable children, die sie selbst finanzieren und nichts bezahlen müssen. Ansonsten habe ich gesehen, dass sie sehr religiös sind und z.B. jede Woche ein Wochenthema bzw. -spruch haben und den in einer Versammlung auch besprechen. Das Gelände sieht gepflegt und ansprechend aus. In den Klassenräumen hängen viele Plakate und auch Werke der Schüler, was ich sehr schön finde und auch inspirierend für unseren Klassenraum. Alle Mädchen und Jungs haben jeweils einen Raum, in dem alle Kinder schlafen und ein abgeteilten Raum darin in dem jmd. Ist, der auf sie aufpasst.
Die Highshool ist noch sehr jung und sie haben noch nicht so viele Schüler, aber sie wächst. Auch sie nehmen Kinder aus prekären Lebensverhältnissen auf. Hierfür haben sie eine Sozialarbeiterin, die durch die Stadtteile geht und die Familien besucht um herauszufinden welches Kind nun tatsächlich einen Platz erhalten soll und um zu sehen ob es wirklich bedürftig ist. Außerdem fand ich ihre Denkweise sehr fortschrittlich. Wir haben sie unter anderem gefragt, wie sie ihre Schüler bestrafen. Lehrer schlagen die Kinder dort nicht. Sie ziehen ein Gespräch vor um herauszufinden woran es liegt, dass ein Kind auffällig wird und haben Strafen wie z.B. die Klassenräume zu fegen, Toiletten zu putzen etc. Außerdem stehen sie im engen Kontakt zu den Familien in solchen Fällen.

Als letztes haben wir die Stelle besucht, in der Frauen empowert werden. Sie lernen dort zu schneidern und zu nähen und Schmuck herzustellen. Außerdem gibt es auch Englischkurse, an denen auch Männer teilnehmen dürfen. Außerdem haben sie 4 Räume, in denen Frauen und deren Kinder unterkommen können, wenn sie aus einem Stadtviertel, das nicht gut für sie ist wegziehen wollen. Also als Übergangszeit. Sie haben dort rund 15 Frauen, von denen meist aber die Hälfte ihren Abschluss macht.
Am Abend konnte ich noch meinen Zwischenbericht fertig schreiben und Sibylle hat einmal drüber gelesen.
01.06.2017
Am Donnerstag sind wir zur Farmer school gefahren.
Die Farm gibt es seit 10 Jahren und es sind dort 8 Mitarbeiter beschäftigt. Das Training auf der Farm gibt es seit 7 Jahren. Es sind 2-6 Schüler, die gleichzeitig ausgebildet werden. Die Ausbildung dauert ein halbes Jahr von Juni bis November. Die Jungs haben ihren Abschluss in der ersten Novemberwoche. Sie pflanzen unter anderem Bohnen, Tomaten, Gurke, Mais, Äpfel, Kasava, Süßkartoffel, Ananas, Passionsfrucht und Kürbis. Die Schule heißt „double portionfarm“ bzw. „Farming godsway“ weil sie eine spezielle Art der Anpflanzung haben. Sie haben auf der Farm auch zwei Maisfelder, die zeigen was bedeutet ohne Gods way und mit godsway anzupflanzen. Es ist ersichtlich, dass der Mais, vom Feld in godsyway deutlich kräftiger ist. Ich habe verstanden, dass dies daran liegt, dass mehr Nährstoffe im Boden erhalten bleiben. Sie halten außerdem auch Tiere dort. Es ist geplant die Schule weiter auszubauen und sie haben auch noch mehr Hektar zur Verfügung, die sie aber aufgrund der wenigen Mitarbeiter/Schüler nicht bepflanzen können.
Wir haben einige Passionsfrüchte auf dem Boden gefunden und Sie schmeckten unbeschreiblich gut!
Zum Abschied haben wir noch gemeinsame Fotos gemacht.
Dann sind wir weiter in das Manhatan Guest House gefahren, da dies näher an der Stadtmitte gelegen ist. Den Abend haben wir in einer Bar ausklingen lassen.
2.6.17
Am Freitag haben wir wieder um 9 Uhr gefrühstückt, im Hotel gab es getoastetes Toast, Marmelade, Omelette, Kaffee und Tee.
Da wir wieder etwas W- LAN hatten, konnte ich meinen Bericht verschicken.
Sibylle, Juliane und ich haben uns dann auf zur Stadterkundung gemacht. Der Verkehr ist sehr unübersichtlich und hektisch. Zuerst haben wir einen Fair Trade laden gesucht, den es aber anscheinend nicht mehr gibt. Bei der Rast in einem Hotel ist uns aufgefallen, das Sie die Hälfte der Zutaten die auf der Speisekarte stehen haben, nicht vorrätig haben. Da es auf der Straße so hektisch gewesen ist haben wir etwas Grünes gesucht und eine Pause, mit frischer Mango, in einem kleinen Park gemacht.
Im Anschluss waren wir noch im Supermarkt. Wir haben uns sehr über die große Auswahl gefreut und haben bei den Süßigkeiten ordentlich zugeschlagen.
Als wir uns dann auf den Weg ins Hotel machen wollten, haben wir leider die Orientierung verloren. Da es hier immer zeitig dunkel wird, haben wir uns dann auf die Suche nach einem Taxi gemacht. Die Einheimischen waren wieder sehr hilfsbereit, aber es hat etwas gedauert bis jmd. den Weg des etwas außerhalb liegenden Gasthauses beschreiben konnte. Letztendlich war die einzige Möglichkeit ein Picki Picki zu nehmen. Diese Motorradfahrer sind mir hier zwar keinesfalls seriös aber es war definitiv ein Abenteuer, zu dritt darauf zu sitzen und wir sind ja zum Glück heile angekommen??
Wir haben bis spät in die Nacht Karten gespielt, damit wir müde für die lange Busfahrt sind.
Zu Hause haben uns die neue Volontärin Helena und natürlich alle anderen herzlich empfangen.