21/22.03.2017

Gestern ist nicht viel spannendes passiert, aber wir hatten ein sehr interessantes Gespräch mit Eddie über die kulturellen Unterschiede bei einer Beerdigung. Eigentlich hatten wir es von Schulfächern, aber über Religion sind wir dann auf das Thema gekommen. Wir haben viele Gemeinsamkeiten bei Beerdigungen von Christen gefunden. Er erzählte uns aber auch, dass hier z.B. Nachbarn und Verwandte kommen um der Familie bis zur Beerdigung beizustehen. Und dass hier jemand mit einem Megafon durch die Gegend läuft um allen mitzuteilen wann die Beerdigung ist. Dazu ist dann auch jeder eingeladen. Außerdem bereitet die Familie Essen für alle vor, sofern sie sich das leisten kann. Es ist äußerst unhöflich, vor dem Essen zu gehen. Weitere kleinere Unterschiede sind z.B., dass dort die Frauen gerne weiß tragen zur Beerdigung und dass ein normaler Gottesdienst abgehalten wird, die Gebete aber für den Toten bestimmt sind. Außerdem steht der Sarg vorne in der Kirche und jeder, der möchte, kann dem Toten dort den letzten Respekt erweisen.
Für Menschen, die keiner Religion angehören, aber eine große Kuhherde haben, ist es z.B. auch üblich, dass sie in der Mitte ihres Feldes begraben werden.
Er erzählte auch, dass früher, als es noch Könige gab, immer jemand, der dem König sehr nahe stand, auserwählt wurde, der den König dann mit ins Grab begleiten musste. Dies sei eine große Ehre für sie gewesen und die Auserwählten seien sehr glücklich darüber gewesen. Ich kann mir das kaum vorstellen, denn den König zu begleiten hieß, dass man neben ihm lebendig begraben wird.
Heute begann unser Tag wieder mit suaheli. Heute lernten wir die Berufe. Eddie übernahm den Englischunterricht. Ich verbrachte den Tag vor allem damit mehr über die Waisenkrise in Tansania zu lesen und mich über die sozialpolitische Lage in Tansania schlau zu machen, denn das sind Themen, über die ich den Bericht für die Hochschule schreibe. Hierbei geht es vor allem um diverse Schwierigkeiten im Land wie z.B. die Armut. 43% der Tansanier leben unter der sogenannten internationalen Armutsgrenze, d.h. sie haben am Tag weniger als 1,25 USD zur Verfügung.
Abends spielten wir noch mit den Kindern. Die Mädchen spielen hier öfters ein Spiel, bei dem ein Mädchen in der Mitte steht und eine leere Flasche mit Sand befüllen muss während sie dem Ball den die andern auf sie werfen, ausweichen muss. Zumindest habe ich nur den Teil verstanden. Ist auch witzig wenn man nicht alles versteht.
Wir erklärten dann Eddie, was Völkerball ist. Er übersetzte es den Kindern auf suaheli und so konnten wir zusammen ein für sie neues Spiel spielen 
Abends ist Nicole noch mit Eddie joggen gegangen. Schien gut gewesen zu sein 