2.4.17 Krankenhausbesuch

Am heutigen Sonntag begann ich den Tag mit waschen, unglaublich nach ca. 3 Stunden war schon alles trocken. Es war sehr heiß heute!
Danach schrieben wir gemeinsam an unserem Projekt „Spiel und Spaß in den Osterferien für die Kinder von Fonelisco“. Angefangen haben wir mit einer der Beschreibung der Ausgangssituation und den Zielen. Die Schreibarbeit ist sehr ungewohnt und es fällt mir viel schwerer als in Deutschland. Das liegt einmal an den fehlenden Materialien, also zu Hause schaue ich in meinen vorherigen Berichten, Büchern oder konnte auch schon selbständig mehr Informationen zu der Zielgruppe erarbeiten. Hier gibt es zwar auch Akten, aber diese sind natürlich auf Swahili und dass Alter der Kinder wird z. B geschätzt. Aber auch das schöne Wetter demotiviert mich sehr in meinem Zimmer zu schreiben.
Am Mittag fragt Josef uns, ob wir mitkommen ein Familienmitglied im Krankenhaus zu besuchen. Er fragt auch ob wir stabil genug sind, da die Person mit Sauerstoff versorgt wird, nicht ansprechbar ist und bald sterben wird. Ich erzählte ihm, dass ich damit gut umgehen kann, wenn es für mich keine nahestehende Person ist. Denn ich habe vier Jahre am Wochenende im Seniorenheim gearbeitet und dort auch Menschen gepflegt die jederzeit sterben konnten. Ich glaube in Tansania geht man anders mit dem Tod um, denn Josef sagte mir, dass er Soziale Arbeit studiert hat und damit umgehen kann und dass dafür jmd. Neues auf die Welt kommt.
Sibylle und ich haben auch überlegt wie man sich dann verhält, da ich z.B. auch bei Personen die mir nicht so nahe standen nicht strahlend verabschiedet habe. Aber das haben wir auf uns zukommen lassen.
Es gibt einen Eingang für Frauen und einen für Männer und teilweise wollten sie in die Handtaschen gucken, das kenne ich eigentlich nur von Diskotheken. Das Krankenhaus war riesig. Im Gebäude selber studieren die Mediziner. Es gab mehrere Stationen z.B. eine Psychiatrie, eine Station für Krebserkrankte, eine für Kinder. Wir waren auf der Allgemeinmedizin. Die Treppen und Gänge waren voll mit Menschen. Die Familien hier sind ja auch viel größer und alle kommen zu Besuch. In einem Krankenzimmer sind acht Betten. Ich konnte kein Badezimmer sehen. Wir begrüßten alle Familienangehörige mit Shikamoo.