11. DEZEMBER

daressalaam

Heute reisen wir weiter nach Daressalaam. Doch die Reise dort ist nicht immer leicht, denn der Verkehr verlangt viel Geduld. Wer schonmal vor Ort war, weiß wovon wir sprechen. Man fährt eher weniger, sondern bewegt sich langsam im Auto während man durch das Autofenster sämtliche Produkte kann, die man braucht oder eben auch nicht: von Erdnüssen, über Zigaretten bis hin zu Schmuck und Handtüchern.
Ja, da muss man ein wenig African Time zulassen, sonst schlägt der Stau noch aufs Gemüt.
Aber was ist mit African Time eigentlich immer gemeint? Jeder kennt den Begriff und hat viele Assoziationen:
eine Verspätung nach der anderen.
Aber wie kommt es zur Verspätung? In Tanzania sowie in einigen anderen afrikanischen Ländern hat Zeit eine andere Bedeutung als bei uns. Sie wird nicht linear wahrgenommen, sodass ein Zeitpunkt unwiederbringlich verstreicht. Noch dazu stehen Beziehungen im Fokus.
Der Tansanier, der auf einem Weg zu einem Termin einen Freund trifft, sieht größere Bedeutung in einem Austausch mit dem Freund zur Pflege ihrer Beziehung als in der Notwendigkeit pünktlich zu sein. Sein Kollege, mit dem er seinen Termin vereinbart hat, würde zudem ganz genauso handeln!
Diesen Wert, den Tansanier auf die Beziehung legen, zeigt sich auch in deren Art Geschäfte zu machen. Auch hier steht die Beziehung der verhandelnden Partner im Mittelpunkt, was zu langen Gesprächen über das Wohlergehen des anderen und dessen Familie führt…. ein Deutscher fasst sich hier womöglich an den Kopf und fragt sich, wanns denn endlich mal zur Sache geht.
Hier gilt auf beiden Seiten, dem Tansanier und dem Deutschen, sich daran zu erinnern, dass wir unser Verständnis von richtig und falsch von unserer kulturellen Erziehung abhängig ist!

africantimel
Quelle: https://leapafrica.files.wordpress.com/2014/02/africantimel.jpg
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Unser Spendenposten des Tages: Telefon und Internetkosten – 25€
Dieser Posten umfasst ausnahmsweise nicht nur Ausgaben in Tansania, sondern auch in Deutschland. Uns ist es ungemein wichtig, in Deutschland zu 100% ehrenamtlich zu arbeiten. Manchmal bedeutet das, dass wir auch die ein oder andere Sache aus eigener Tasche zahlen. Aber manches müssen wir uns auch erstatten lassen und hierzu gehören vor allem die Kosten für Telefonate nach Tansania. Auch wenn wir das meiste über Skype abwickeln können, müssen wir Joseph doch auch zuweilen auf dem Handy anrufen, wenn das Internet in Tansania schlecht ist oder es eilt. Daneben umfasst der heutige Posten aber auch die Gebühren für Josephs Internetkosten in Tansania. Kommunikation ist das A & O!

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