1.7.2017 Abschied

Leider sind die vier Monate Praktikum für mich vorbei. Nun sitze ich am Flughafen in Dar Es Salam und kann es noch gar nicht fassen, das ich Mwanza verlassen habe.
Der letzte Monat verging besonders schnell und mit sehr gemischten Gefühlen für mich. Einerseits freue ich mich jetzt auf meine Familie und Freunde, andererseits vermisse ich jetzt schon die Leute und das Leben in Tansania. Am Montag haben wir erst Helena eine Besucherin verabschiedet und es war ein komisches Gefühl, sie zum Flughafen zu begleiten. Die letzet Zeit mit den Kindern war auch besonders intensiv, jetzt habe ich den Eindruck man ist sich etwas näher gekommen und ich muss das Waisenhaus verlassen.
Meine Abschiedsfeier habe ich am Strand organisiert, das war für alle etwas Besonderes. Ich habe dort eine kleine Hüpfburg mit Rutsche aufbauen lassen und jeder hat eine Soda bekommen. Am Strand konnten wir noch die letzten schönen Abschlussfotos machen. Ich habe mich auch gefreut das die meisten ArbeitskollegenInnen es geschafft haben zur Feier zu kommen und auch in mein Erinnerungsbuch geschrieben haben. Das Erinnerungsbuch habe ich von meiner Tante zu meiner Abschiedsfeier in Deutschland bekommen. In Tansania habe ich mir dieses oft durchgelesen, wenn ich an meine Liebsten gedacht habe. Nun kann ich es schon gar nicht abwarten zu Hause das Buch in die Hand zu nehmen und an Tansania zu denken.
Für zu Hause bzw. für meinen kurzen Urlaub mit meinen Freund und meinen Papa habe ich mir nochmal typisch afrikanische Haare machen lassen.
Insgesamt möchte ich sagen, ich konnte die Kultur Tansanias gut kennen lernen und bereue es nicht diesen Schritt nach Tansania gewagt zu haben. Für mich war es das erste Mal in einem anderen Land mit Einheimischen zu leben und so hätte man als Tourist bestimmt niemals eine Hochzeit oder Beerdigung gesehen. Ich habe nicht damit gerechnet in Tansania oft Erkältungssymptome zu bekommen, da kann ich den nächsten Volontären nur raten etwas dafür mit in die Reiseapotheke mitzunehmen. Für die Zukunft würde ich einen professionellen Sprachkurs belegen, da es für mich schwierig geblieben ist für meine Arbeit notwendige Dinge zu kommunizieren. Eddie hat uns zwar besonders in der Anfangszeit sehr intensiv geschult, jedoch fehlte mir wohl die Struktur. In Tansania gibt es einen Swahilikurs, der auch von einer deutschen Lehrerin angeboten wird. Dieser kostet für 40 h, 250€ und bietet einen guten Überblick.
Die Organisation FONELISCO war für mich in der ganzen Vielfalt spannend kennenzulernen. Besonders an Joseph, konnte ich sehen wie viel ihm an der Organisation liegt. Wünschenswert wäre sicherlich eine stellvertretende Kraft für ihn, da ich ihn eigentlich ununterbrochen arbeiten gesehen habe und er abends immer sehr KO ins Bett gegangen ist. Einige Teammitglieder müssen des Öfteren so genannter Temporary – Arbeit nachgehen um ihre Familien zu ernähren. Die Zahlung der Mitarbeiter ist keinesfalls ausreichend und ich betrachte es als Gefahr ob das Team so konstant die Organisation unterstützen kann wie sie es gerne würden, obwohl man sagen muss das die Jobaussichten in Tansania tendenziell nicht so einfach sind. Im Vergleich zu Deutschland schätze ich die Wichtigkeit von Teamgesprächen und Evaluationsarbeit, so gehen keine wichtigen Informationen verloren und die Arbeit kann reflektiert werden, welches auch zur Motivation anregen kann. Einen großenteil habe ich mit den anderen Mitarbeitenden daran gearbeitet, dass die Kinder ein Sorgfalt- und Verantwortungsbewusstseinsgefühl bekommen. Denn wenn sie Spiele aus dem Büro bekommen, sind diese teilweise nicht wieder im gleichen Zustand zurückgekommen. Ich war auch zunächst etwas enttäuscht, als ich meine gespendeten Schuhe nach wenigen Tagen kaputt oder ohne Schnursenkel gesehen habe, hierbei darf aber der Unterschied in der Erziehung nicht vergessen werden. Schön fand ich, dass die älteren Kinder auf die jüngeren achten und sie alle einen großen Zusammenhalt haben.
Im Gegensatz zu einer Kindereinrichtung in Deutschland, sind nicht alle Materialien jederzeit vorhanden und die Organisation kann diese nicht immer stellen. So wird man auch als Volunteer kreativ oder kauft mal von sich aus ein paar Blätter zum malen.
Mir hat es gut gefallen, das ich im guten Kontakt auch zum Fonelisco e.V. in Deutschland stand. Abschließend kann ich sagen, dass ich FONELISCO auf jeden Fall nocheinmal besuchen möchte und auch im Austausch mit den Mitarbeitern, soweit es möglich ist, bleiben möchte.

Asanteni sana nimefurahia kukaa na ninyi!