07.04.2017

Wie ihr wahrscheinlich schon von Nicole wisst, ist der Cousin von Joseph gestorben. Soweit ich nun erfahren habe, ist es hier vollkommen normal, dass Freunde und Bekannte von einem, der den kennt, der gestorben ist, auch zur Beerdigung kommen bzw. der Familie beistehen. Das gleiche gilt für Krankenbesuche im Krankenhaus, weswegen es für Joseph vollkommen normal war uns zu fragen ob wir ihn begleiten. Nun hat er uns auch gefragt ob wir denn nicht zur Beerdigung mitkommen. Heute wurde der Verstorbene aus dem Krankenhaus abgeholt und zum Haus der Familie gebracht. Dort fand ein Gottesdienst statt. Da -wie oben beschrieben- auch Bekannte kommen, waren ca. 700 Leute dort. Im Garten war ein Sonnendeck aufgespannt und dort stand ein Tisch mit dem Sarg darauf. Alle versammelten sich im Garten um den Sarg herum. Einige Leute hielten eine kurze Rede und der Priester einen Gottesdienst bevor der Sarg geöffnet wurde und zuerst Frauen und dann die Männer um den Sarg liefen und dem Verstorbenen den letzten Respekt zollen konnten und z.B. für ihn beten konnten oder letzte Worte an ihn richten konnten. Wie hier üblich ist, wurde während dem Gottesdienst sehr viel gesungen. Anschließend redeten noch alle miteinander. Wir blieben bis zum Abend dort, denn Joseph sprach noch mit seinen Verwandten. Nicole und ich unterhielten uns derweil mit Eddie und Paul, die auch mitgekommen waren. Gegen 19Uhr traten wir den Heimweg an. Mal wieder über ziemlich katastrophale „Straßen“ und übrigens zu 10 in einem 8-Sitzer, denn dies scheint hier auch vollkommen normal zu sein.
Morgen wird der Verstorbene dann zu seinem Heimatort gebracht, wo er auch beerdigt wird. Dieser liegt in der s.g. countryside, was so viel ich weiß, heißt, dass dort viele Farmer leben mit großen Feldern, der nächste Nachbar also ziemlich weit weg ist und die dort meist nur von dem Leben was sie anpflanzen. Und es gibt weder fließendes Wasser noch Strom. Da wir Joseph morgen zur Beerdigung begleiten zusammen mit Helen, Paul, Eddie und Pius, bin ich auch gespannt diesen Teil von Tanzania sehen zu können.

P.S.: Heute war unsere erste Erfahrung mit einem Kanga. Das sind diese typischen Tücher mit bunten, oftmals sehr verrückten Mustern. Joseph meinte wohl, das trägt man da. Also lieh Helen uns einen ihrer Kangas. Vllt, seht ihr davon auch mal ein Bild. Was ich eigentlich sagen wollte: Unter den DIngern ist mega heiß, wenn ich auch noch bedenke, das die meisten Frauen nicht nur ein Tuch tragen sondern bis zu drei und wenn man die Teile um sich wickelt ist die Bewegungsfähigkeit auch irgendwie ziemlich eingeschränkt. Oder wir habens einfach nicht drauf hihi.
Obwohl mir das auch eine junge Frau gebunden hat. Ich habe leider ihren Namen vergessen, aber sie ist ein ehemaliges Kind von FONE und ist nun Lehrerin an einer Primary Shool. Auch schön zu sehen, dass die Arbeit hier Zukunft hat 🙂
Jetzt sage ich aber tschüss, da wir morgen um 6Uhr losfahren und ich noch eine Runde schlafen mag.
Tschüss und bis bald!