04.03.2017 Willkommensparty und Livemusik

Als ich aufstand, war das Frühstück schon bereit. Ich denke spannender als Chapati und Tee, wird’s nicht mehr 😉 Da Joseph noch weg war, habe ich noch etwas im Weltwärtsbuch gelesen. Als Joseph kam, sprühte er unser ganzes Zimmer sowie Bad ein, damit alle Krabbelviecher getötet werden und hoffentlich erstmal nicht mehr kommen. Gegen 11Uhr gingen wir dann mit Paul ins Heim. Dort lernten wir zwei weitere Mitarbeitende kennen. Rose und Eddi. Wir gingen zum Mädchenhaus und begrüßten sie. Zwei sehr junge Mädchen, schätzungsweise zwischen 2-3Jahren klammerten sich sofort an uns und nahmen unsere Hände. Vor allem schienen sie auch unsere Haare zu faszinieren. Wir spielten mit Luftballons bis es Mittagessen für die Kinder gab. Ugali mit kleinen Fischen. Uns wurde auch ein Teller zum Probieren gereicht. Fische sind ja echt nicht meins. Und wir verstanden zuerst nicht, dass sie uns den Teller hinstellten, aber als das geklärt war, probierten wir Beide davon. Wir saßen auf der Treppe vor dem Mädchenhaus. Ein Mädchen häkelte und zwei Jungs waren davor, die aus einem Stock und einem kaputten Ballon einen kleinen Bogen bastelten. Ein Mädchen las mir aus ihrem Englischschulbuch vor. Wegen mangelnden Suahelikenntnissen konnte ich nicht alle Kids verstehen, aber der Mittag war dennoch schön. Wir brachen dann zu unserem Mittagessen auf. Danach entsorgten wir die Kakerlaken. Der Gecko war immernoch im Bad. Der hat mich echt erschreckt, als er sich bewegte, da Joseph meint das Spray killt alle Krabbeltiere. Aber gut, dass er noch lebt, der tut ja nix. Nicole und ich lernten noch ein wenig suaheli mit Helen. Ich beschloss den Gecko dann doch vor die Tür zu schmeißen und schaffte es ihn sachte in eine Plastiktüte zu bringen um ihn draußen unter dem Mangobaum wieder in die Freiheit zu entlassen.
Später schrieb ich ein paar Gedanken zu meinem Ausbildungsplan, den ich für meine Hochschule entwerfen muss, auf.
Abends wurden wir dann offiziell von den Kids willkommen gehießen. Wir warteten zuerst bis alle Kinder mit ihrem Haarschnitt fertig waren und redeten ein wenig mit Joseph, der uns erklärte, dass FONELISCO Wert auf die internationalen Kinderrechte legt, während der Großteil in Tansania bzw sich sonst eher an nationalen Abkommen orientiert, die auch abhängig von unter anderem der Religion sind und den Kindern weniger Rechte einräumen. Z.B. sind in diesen die Prügelstrafe in der Schule erlaubt. Er erklärte auch, dass –wenn wir daran interessiert sind- Familienbesuche machen können, bei Kindern, die in ihre Familie reintegriert wurden. Leider mussten sie das einstellen, da die Geldgeber dies für nicht wichtig erachten und sie sie nicht überzeugen konnten und das Geld somit fehlte um Mitarbeiter teilweise auch weiter weg zu schicken um die Kinder dort zu besuchen und mit ihnen zu sprechen z.B. was sie veranlasst hat von zu Hause wehzulaufen und auf der Straße zu leben. Da ihnen das Geld dafür fehlt, können sie das nur machen, wenn interessierte Ptaktikanten da sind, die auch für den Mitarbeitenden, der mitkommt, die Reise finanzieren (Fahrt, Essen, Unterkunft). Wir sind dann raus und unterhielten uns mit Eddi, einem weiteren Mitarbeiter um uns etwas kennenzulernen. Später kamen dann viele Kinder zu uns und begrüßten uns mit einem Lied. Paul hieß und willkommen und Nicole und ich stellten und vor. Er übersetzte. Auch Joseph hielt eine kleine Rede bevor er wieder zum New Land ging um die Milch zu holen. E r hieß uns willkommen und betonte welche Freude es ist, dass wir genau FONELISCO ausgewählt haben für unser Praktikum und bedankte sich für all die bisherigen Mühen, die wir auf uns genommen haben. Joseph, Eddi, Paul und auch ein älterer Junge, der englisch konnte, betonte, dass ihnen bei FONE vor allem Vertrauen und Offenheit wichtig waren und sie sich als eine große Familie sehen und wir nun auch dazugehören. Zum Schluss sangen die Kinder noch ein ein Lied und tanzten. Paul forderte uns auf mitzutanzen. Eddi brachte uns anschließend wieder zum Volunteerhaus. Natürlich gab es auch hier keinen Strom. Nicole hatte eine Taschenlampe, aber irgendwie funktionierte diese nicht mehr, nachdem sie das Teil der Batterien einmal falsch herum reinsteckte. Wir versuchten alles, aber sie geht leider nicht. Wir suchten etwas passendes zum Anziehen, da es heute lange geregnet hat und kalt war und wir mit den Mitarbeitern später noch zur Livemusik gehen wollten Gegen 20.30Uhr gab es wieder Abendessen. Heute Reis mit Bohnen und Kraut und dazu wieder frisch aufgeschnittene Gurke. Da es immernoch keinen Strom gab, wurde unser Abendessen zu einem Candle Light Dinner  Und nun verfasse ich wieder fleißig einen neuen Blogeintrag bis Eddi zurückkommt. Er ging zum Abendessen wieder zu den Kindern und wollte zurückkommen sobald sie ins Bett gegangen sind.
Paul, Eddi und wir zwei fuhren dann noch zur Livemusik. Mehrere Bands spielten. Vor der Bühne war eine Tanzfläche und dahinter jede Menge Tische und Stühle. Es war sehr voll, aber dank Joseph haben wir einen guten Platz weit vorne bekommen. Wir probierten tansanisches Beer und tanzten. Es war eine ausgelassene Stimmung und besonders Paul und Nicole tanzten gerne. Kurz vor 2Uhr gingen wir zurück.
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Alles in allem ein sehr ereignisreicher Tag. Ich kam mir etwas unbeholfen vor, vor allem als wir im Waisenhaus waren. So Recht wusste ich nicht, was ich tun sollte. Die Sprachbarriere erschwert das Kennenlernen der Kinder auch etwas. Aber ich versuche mit meinen wenigen Wörtern suaheli, wie darf ich reinkommen oder wie heißt du, anzufangen mit ihnen zu sprechen. Einige Kids sprechen auch ein wenig englisch.