03.03.2017 – Die Kakerlakeninvasion

Heute war ein spannender Tag. Als ich aufstand, stand das Frühstück schon bereit. Danach ging ich nach draußen um etwas weiterzulesen. Zuerst versuchte ich mir noch ein paar Vokabeln zu merken und bewunderte den Mangobaum vor der Haustür. Ich mag es auch die Hühner hier zu beobachten. Sie laufen frei im Hof herum und ich kann sowohl erwachsene als auch kleine Hühner beobachten. SibseZwischendurch begrüßte uns (Nicole und ich) Charles. Wir werden immer wieder gegrüßt und lernen immer mehr die üblichen Floskeln auf suaheli. Eigentlich warteten wir auf Joseph. Er war Kühe melken auf dem New Land. Als er kam, erklärte er uns, dass ein Hippo den Zaun durchbrochen hatte und auch einiges an Reis gefressen hatte und sie den Zaun so schnell wie möglich reparieren müssen, damit es nicht wiederkommt. Das New Land ist, wie Joseph mir erklärte, ein Stück Land direkt am Viktoriasee, das sie durch den Staat sehr günstig erwerben konnten und nun durch Spenden dort Reis und anderes anpflanzen und auch Kühe kaufen konnten.
Wir wollten gegen 12Uhr in die Stadt aufbrechen. Später kam Joseph dann mit Paul, einem Mitarbeiter bei FONE, der auch meine Anleitung übernehmen wird. Statt Joseph, der sich nun um den Zaun kümmerte, zeigte er uns den Weg in die Stadt mit dem Daladala. Daladalas sind kleine Busse, die –wie ich schnell merkte- randvoll mit Leuten beladen werden. Deshalb sah ich leider wenig auf dem Weg in die Stadt. Man sieht aber überall kleine einfache Häuser und auch Läden oder Stände, an denen man etwas kaufen kann. In der Stadt führte uns Paul zuerst zur Bank, damit wir Geld in der Landeswährung abheben konnten, denn ich hatte vor meiner Abreise keine Tansanische Schilling umtauschen lassen. Es fiel mir schwer zu berechnen wie viel Geld ich wohl benötigte. Joseph kaufte mir am ersten Tag Wasser und Toilettenpapier, sodass ich bei ihm noch Schulden hatte und auch einen Internetstick wollte ich mir kaufen bzw. eine Simkarte um Freunden wieder schreiben zu können. Gesagt -getan. Nicole und ich hoben Geld ab und danach führte uns Paul zu einem Laden, in dem man Internetsticks kaufen kann. Die Damen sprach dort auch englisch und Paul übersetzte zusätzlich in Suaheli. Leider benutzen sie hier große Simkarten und mein Handy braucht eine Mikrosimkarte. Zwar könnten sie diese kleinstanzen, aber dann kann ich die Karte nicht mehr in den Internetstick tun um am Laptop Internet zu haben. Man musste auch die Karte registrieren und die Dame verlangte uns 500, sie wollte wohl 500 Schilling haben, aber nach einem kurzen Blickwechsel von mir und Nicole, sagten wir, wir hätten schon bezahlt, denn wir hatten ja auch tatsächlich den Stick und Karte schon bezahlt. Da ich schon von einigen gehört habe, dass Tansanier wohl denken Weiße hätten viel Geld, da sie sich eben z.B. die teure Reise leisten können, wollte ich vorsichtig sein. Die Dame beließ es dann auch dabei. Ich denke, hätten wir das bezahlen müssen, hätte sie Paul dazugerufen um uns erklären zu lassen, dass wir das bezahlen müssen.
Danach führte Paul uns in eine Art Restaurant/Biergarten. Es war zwar draußen, aber dennoch überdacht. Er fragte ob wir Pihsa mögen und erklärte und auch, dass es in Tanzania kein übliches Essen sei, dich wir wussten beide nicht was er meinte. Später klärte sich auf, dass er Pizza meinte. Ich bestellte eine Cola und wir warteten auf Joseph, der mit uns ein Arbeitsvisum beantragen wollte. Bis er kam unterhielten wir uns nett mit Paul. Ich fand raus, dass Paul rauchte, er geschieden ist und sein Sohn auf ein Internat geht und dort jeden ersten Sonntag Besuchstag ist. Er besucht ihn dann immer und sie essen z.B. Pommes, weil das sein Sohn liebt. In Tansania ist es wohl üblich, dass Kinder auf ein Internat gehen. Wir erzählten ihm auch, wie das in Deutschland ist. Wir redeten auch über typisches Essen und was man an Feiertagen isst. Gar nicht so einfach jmd. Zu erklären, was z.B. ein Knödel ist und das auch noch auf englisch 😉 Er erzählte uns auch, dass Tansanier an Feiertagen immer mit der Familie und den Verwandten gemeinsam essen, alle von einem großen Teller und danach gehen sie ein Bier trinken und tanzen.
Als Joseph kam, bestellten wir Pizza. Die war lecker. Ich aß Pizza mit Ananas. Die Pizza hatte keine Tomatensoße, aber auch auf diese Art schmeckt sie gut. Ich bestaune die vielen Kleinigkeiten wie z.B. die Art der Colaflasche oder auch, dass die Glasflasche kein Etikett hat, sondern die Aufschrift aufgedruckt ist. Während dem Essen kam ein Mann, der den Reisepass und Geld abholte und den mit zum Immigration Office nahm um das Visum eintragen zu lassen. Er brachte diesen später zum Glück auch zurück –natürlich mit Visum. Dies gilt nur für 3 Monate und Joseph sagte mir schon am ersten Tag, dass ich dann wieder ausreisen muss um ein neues Arbeitsvisum zu bekommen. Aber er meinte, wir würden einfach an die Grenze zu Verwandten von ihm fahren und dann wieder zurück. Ich hoffe, das klappt so einfach.
Und wie war nun die Stadt Mwanza? Nun, es ist schwer die ersten Eindrücke zu beschreiben. Ich war völlig orientierungslos und wir huschten von einem Ort zum andern. Ich werde nächstes Mal Fotos machen damit ihr sie selbst sehen könnt. Es gibt viele Läsen und auch neue moderne Gebäude, vor allem Hotels sehen von außen sehr modern aus –eben wie eine Stadt. Und dennoch auch viele kleinere einfachere Läden wie ich es schon öfters im Fernsehen gesehen habe. Es ist auch viel Verkehr dort. Nungut, vllt. fällt es mir später leichter die Stadt zu beschreiben.
In Mwanza sieht man übrigens sehr oft die Felsen, von denen gesprochen wird. Mwanza wird auch als Rock-City bezeichnet, was bei dem Anblick der Felsen auch absolut zutreffend ist.
Zurück zum Tag 3 hier. Nachdem der Mann meinen Reisepass wiedergebracht hat, ging Joseph zurück zum New Land um zu sehen wie die Reparaturarbeiten vorangeschritten waren und Paul brachte uns zurück zum Volontärshaus. Gut, ohne ihn, hätte ich wohl nicht einmal die richtige Bushaltestelle zum Aussteigen gefunden. Daran muss ich wohl definitiv noch arbeiten. Ich werde bestimmt die Tage mal das Örtchen erkunden. Zurück probierten wir auch gleich den Internetstick aus, was auch geklappt hat. Nun geht der Abend auch ruhig zu Ende. Ich schreibe hier alles auf und werde mal versuchen das auf den Blog zu laden. Bald gibt es auch Abendessen. Das ist hier gegen 20.30Uhr. Vllt. Frage ich Helen nochmal nach dem suaheli-englisch Buch und übe noch ein wenig, denn morgen früh gehe ich zum Waisenhaus und da werde ich mich bestimmt vorstellen müssen. Da wären ein paar weitere Brocken suaheli nicht verkehrt. Ich freu mich auf morgen 
Nungut, so ruhig war es dann doch nicht 😉 Ich hatte zwar schon Besuch von einer Kakerlake, die hier echt riesig sind, aber über Nacht verschwand diese wieder. Heute wollte Nicole duschen, aber da entdeckten wir gleich mehrere. Paul war noch im Haus und wir fragten was wir mit den Dingern machen sollen. Er schlug sie daraufhin mit seinem FlipFlop tot und entsorgte sie. Leider versteckte sich eine weitere im Bad. Wir ließen sie erst einmal leben. Uns war es schon echt peinlich, dass er die Viecher entsorgen musste. Ich glaube, da haben wir zwei ein typisches Bild von Volunteers abgegeben. Manchmal würde ich sie echt gerne fragen was sie von uns halten. Naja, dann entdeckte Nicole aber eine unter ihrem Bett und wir wollten nicht mit dem Besuch im Zimmer schlafen. Ich beaufsichtigte die Kakerlake während Nicole versuchte den Besen wieder aufzutreiben, den Paul zur Entsorgung der Kakerlaken da hatte. War ja echt peinlich, aber sie hat gezeigt bekommen wo der Besen ist und nun wissen wir auch, was Besen auf suaheli heißt. Immerhin etwas gelernt. Also versuchten wir unser Glück und letztendlich schafften wir es die Kakerlake auch loszuwerden. Bis Nicole aufschreckte, weil eine weitere Kakerlake im Badezimmer war. Ich ging also nochmal den Besen suchen, wieder an allen Tansanier vorbei und nur murmelnd, dass da noch eine sei und suchte draußen den Besen. Fand ihn nicht und Nicole ging ihn suchen. Ich beaufsichtigte wieder die Kakerlake. Als sie uns entgegenlief, fing Nicole dann doch an zu kreischen und drehte sich um. Daraufhin kam Helen, die dann zu unserem Erstaunen zwar auf die Kakerlake haute, sie aber dann noch lebend in die Hand nahm und nach draußen setzte. Nicole ging dann duschen und fand leider weitere 3 Kakerlaken auf dem Fensterbrett. Nun haben wir aber genug von denen.