01.03.2017 – Karibu sana!

Hallo liebe Leser,
ich heiße Sibylle und studiere Soziale Arbeit an der Hochschule Coburg. Ich habe mich entschieden mein während meinem Praxissemester bei FONE zu arbeiten.
Der Flug war angenehm, auch wenn ich nicht schlafen konnte. Ich bin in Frankfurt gestartet und über Addis und Dar es Salaam geflogen. Für mich war schon der Frankfurter Flughafen ein großes Abenteuer. Nachdem ich Sitzplatznummer mit der Gatenummer verwechselt habe und bei der Handgepäckkontrolle vergessen habe meinen Laptop rauszunehmen, konnte es dann doch endlich losgehen. Zum Glück gab es an allen Flughäfen sehr nettes Personal, das den richtigen Weg wies. In Dar Es Salaam holte ich erst einmal ein Tourivisum und übernachtete dort, da Precision Air meinen ursprünglichen Flug schon im Voraus cancelte und ich so 17 Stunden Aufenthalt hatte. Bezahlen konnte ich an den Flughäfen immer mit Euro, Dollar oder der Landeswährung.
Ich kam gegen 8Uhr in Mwanza an und Joseph erwartete mich schon am Flughafen und begrüßte mich sehr herzlich. Immer wieder hieß er mich willkommen und betonte, wie froh er ist, dass ich nun da bin. Auch im Volunteerhaus wurde ich von allen lieb begrüßt und jeder, der kam entgegnete mir „Karibu“ (Willkommen). Ich wartete erst einmal aufs Frühstück, denn ich hatte wirklich Hunger. Es gab dann Chapati, sehr dünne Fladen oder wie eine Art Pfannkuchen, aber nur aus Wasser, Mehl und Öl sowie sehr süßen Tee. Ich ruhte mich ein wenig aus und wunderte mich über Regenwürmer im Badezimmer, die sich anscheinend zwischen den Fliesen in den nassen Fugen wohlfühlten. Später schaute ich mit den andern fern. Sie sahen einen englischen Krimi. Mittags gab es Kartoffelspalten, Gurken und Banane. Die andern aßen etwas später Ugali, von dem ich immernoch nicht ganz genau weiß was es ist. Dazu gab es Spinat und Fisch. Joseph lud mich ein das traditionelle Essen zu probieren. Das erste Essen ohne Besteck und die Wahl ob nun eher Fischflosse, -kopf oder –schwanz waren erst einmal sehr ungewöhnlich. Joseph erklärte mir, dass man wohl das Ugali als Löffel benutze und damit die Beilagen isst. Ich kam mir ziemlich dämlich vor. Dazu gab es ein Glas Milch von den Kühen vom New Land. Da dachte ich auch zuerst, das ist ja etwas Bekanntes, aber nein, die Milch war sauer und flockig. Vielleicht tut ihr die Hitze hier nicht so gut. Und trotz, dass sie im Kühlschrank ist, reicht dies vielleicht nicht, denn der Strom ist manchmal weg und somit bleibt der Kühlschrank auch nicht kalt. Die andern schienen die Milch völlig normal zu finden. Ich fragte auch nicht weiter nach. Mir schmeckte das Ugali allerdings auch nicht sonderlich gut, aber ich wusste auch nicht so recht ob ich alles aufessen muss. Ich fragte Joseph, der dann glücklicherweise meinen Rest aß.
Zwischendurch lernte ich mit Helen ein wenig Suaheli. Sie spricht bereits etwas englisch und Joseph teilte mir mit, dass sie englisch lernen mag. Kam mir ganz recht, denn ich spreche noch kaum suaheli und hatte im Vorfeld nur ein paar Sätze wie z.B. Begrüßungen, die Frage nach dem Namen, die Zahlen etc aufgeschrieben. Glücklicherweise auf englisch-suaheli und so konnten wir Beide etwas dazulernen.
Abends waren Joseph und ich kurz im Waisenhaus. Es kamen gleich mehrere Kinder angerannt, die mich willkommen hießen. Joseph zeigte mir das Büro, die Küche und die Schlafsäle der Mädchen und wir begrüßte ein paar Mitarbeiter. Fotos folgen ein andermal 😉
Abends gab es Reis, Bohnen und Hühnchen. Also ein ganzes Huhn samt Füßen im Topf. War dennoch lecker 🙂 Auch wenn ich die Füße wohl erstmal nicht probieren mag.
Es ist vieles ungewohnt und anders, aber ich fühle mich wohl und bin gespannt auf die nächsten Tage. Zudem holen wir morgen früh Nicole vom Flughafen ab und ich freue mich auf sie.